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Die Wahl in Frankreich zeigt: Europa ist noch zu retten

08.05.2017, 14:19 · Aktualisiert: 08.05.2017, 14:19

Ich habe in den vergangenen Wochen über die Präsidentschaftswahl in Frankreich berichtet. Am Sonntag saß ich fast den ganzen Tag vor dem Livestream, betreute unseren WhatsApp-Chat zur Wahl und schrieb am Ende den Text zu unserer Pushmeldung: "Macron schlägt nach ersten Hochrechnungen Le Pen."

Es blieb dabei: Emmanuel Macron, Kopf der Bewegung "En Marche!", wird der nächste französische Präsident.

Ich glaube, ich habe noch nie eine Abstimmung so aufgeregt verfolgt wie die Präsidentschaftswahl in Frankreich – schon gar nicht, wenn sie im Ausland stattfand. Ich habe eine Zeitlang in Lyon gelebt, eine meiner besten Freundinnen ist Französin. Ich wünsche mir, dass Frankreich Mitglied der EU bleibt, offen und tolerant. 

Ja, Umfragen hatten Macron schon vor der Stichwahl bei mehr als 60 Prozent gesehen (Paris Match). Und trotzdem: Nach Brexit-Votum und Trump-Wahl war ich mir nicht mehr sicher, ob er Le Pen am Ende wirklich schlagen würde. Ich hatte vor der Wahl mit jungen Franzosen gesprochen, die einen leeren Stimmzettel abgeben oder ganz zu Hause bleiben wollten – weil sie sich mit keinem der beiden Kandidaten identifizieren. Das machte mir Angst.

Als ich gestern Abend sah, wie Macron die Bühne vor dem Louvre betrat – begleitet von der "Ode an die Freude" und ein paar Europaflaggen im blau-weiß-roten Fahnenmeer, war ich erleichtert.

Ja, Emmanuel Macron hat noch nichts gemacht, er muss sich noch beweisen. Und ja, dass so viele Franzosen für Marine Le Pen gestimmt haben, ist erschreckend. Dass ein Drittel der registrierten Wähler einen leeren oder ungültigen Stimmzettel abgegeben oder sich komplett enthalten hat, auch.

Und trotzdem: Die Bilder aus Frankreich, die gestern Abend um die Welt gingen, sind wichtig. Die Bilder von feiernden Menschen, von wehenden Fahnen.

Sie sind wichtig, weil in Frankreich zuletzt so viele schreckliche Bilder in den Nachrichten waren. Bilder von Terror und Gewalt. Und sie sind wichtig, weil sie zeigen, dass Hass, Angst und Abschottung noch nicht gesiegt haben, dass Europa noch zu retten ist.

Das Video hat Noemi Mihalovici gedreht.


Musik

Hört auf zu grölen! Warum mich Konzerte nur noch nerven

08.05.2017, 14:05 · Aktualisiert: 08.05.2017, 14:31

Leute, die auf Konzerten Gitarrenriffs mitsingen, fahren auch im Sommer an den Ballermann. Gerade auf Festivals ist es sehr beliebt: die Texte der Band nicht kennen, außer vielleicht von dem Song, der bei Spotify ganz oben ist. Und stattdessen die Gitarrenriffs mitgrölen. Dafür muss man nicht textsicher sein. "Döp, döp, döp" – passt immer.

Das hier meine ich: