Bild: Manaure Quintero/ dpa

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Wieso die Massenproteste in Venezuela gerade eskalieren

20.04.2017, 13:01 · Aktualisiert: 20.04.2017, 17:12

Was ist passiert?

In Venezuela gehen derzeit Hunderttausende Menschen auf die Straße, weil sie gegen ihre Regierung protestieren. Nun werden die Ausschreitungen immer gewalttätiger: Eine 23-Jährige und ein 17-jähriger Demonstrant wurden erschossen, ein Soldat getötet, Steine flogen, Tränengas wurde eingesetzt.

Die Opposition machte bewaffnete Motorrad-Milizen für die Tötung der beiden Demonstranten verantwortlich. Die sozialistische Regierungspartei PSUV beschuldigte wiederum die Regierungsgegner, Schuld am Tod des Soldaten zu sein. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft. In den vergangenen Wochen waren laut Behördenangaben bereits fünf Menschen bei den Protesten ums Leben gekommen (tagesschau.de).

Worum geht es bei den Protesten?

Venezuela war einst eines der reichsten Länder Lateinamerikas – nun herrscht Hungersnot. In den vergangenen Monaten sind Zehntausende Venezolaner unter anderem nach Kolumbien und Brasilien geflüchtet. Zunächst waren es Menschen aus der Ober- und Mittelschicht, die sich wegen Misswirtschaft und politischer Verfolgung absetzten. Nun folgen Arbeiter, Fischer, Bauern und Menschen, die längst ihren Job verloren haben.

Der Präsident Nicolás Maduro findet für die Fluchtwelle keine Lösung, er hat die Misere selbst durch Misswirtschaft herbeigeführt. Derzeit werfen ihm seine Kritiker vor, eine Diktatur zu errichten. Der regierungsnahe Oberste Gerichtshof entmachtete Anfang April zunächst das Parlament, nahm die Entscheidung aber nach Kritik aus dem Ausland zurück. Dennoch lässt Maduros Regime keine demokratischen Bewegungen zu. Mehr als hundert Regierungsgegner sitzen im Gefängnis.

Wie geht es jetzt weiter?

  • Am Donnerstag soll es erneut zu großen Protesten kommen. Das Oppositionsbündnis "Tisch der Demokratischen Einheit" (MUD) und Oppositionsführer Henrique Capriles haben dazu aufgerufen. Ihr Ziel sind Neuwahlen und der Rücktritt Maduros, der eigentlich noch bis 2019 im Amt ist.
  • Maduro hat wiederum angekündigt, dass die 500.000 Mitglieder der Nationalen Miliz mit Gewehren ausgerüstet werden. Kritiker sagen, er gehe gezielt gegen Demonstranten vor.

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Der Iraker, den eine sächsische "Bürgerwehr" einst gefesselt hatte, wurde tot im Wald gefunden

20.04.2017, 12:51

Die Polizei geht bislang nicht von einer Gewalttat aus.

Der Fall hatte im vergangenen Mai bundesweit für Aufsehen gesorgt: Mehrere Mitglieder einer selbsternannten "Bürgerwehr" hatten in sächsischen Arnsburg einen irakischen Flüchtling aus einem Supermarkt gezerrt und mit Kabelbindern an einen Baum gefesselt (bento).

Dieser Mann ist nun tot aufgefunden worden. Ein Jagdpächter hatte am Montag die Leiche eines Mannes in einem Waldstück bei Dorfhain in der Nähe von Dresden gefunden. Die Polizei teilte nach einem DNA-Abgleich am Donnerstag mit, dass es sich bei dem Toten um den 21-jährigen Iraker handelt (Polizei Sachsen).