Bild: Michael Zorn/Invision/AP/dpa

11.06.2018, 14:00 · Aktualisiert: 11.06.2018, 15:15

Die Zuschauer wussten trotzdem, was los war. 😏

Schauspieler Robert de Niro sollte eigentlich nur eine Performance von Bruce Springsteen ankündigen, doch er nutzte seinen Auftritt bei den Tony Awards, den wichtigsten Theaterpreisen der Welt, für ein politisches – und sehr eindeutiges – Statement: "Ich werde eine Sache sagen: Fuck Trump!" Und fügte hinzu:

Es ist nicht mehr länger 'Weg mit Trump', es ist Fuck Trump!
Robert de Niro bei den Tony Awards

Beim US-Fernsehsender CBS, der die Verleihung übertrug, hörten die Zuschauerinnen und Zuschauer davon jedoch nichts – und blieben deswegen wohl verwundert zurück, als viele Menschen im Saal begeistert von ihren Sitzen aufsprangen und de Niro zujubelten, als er die Sätze sagte.

Dass die Szene bei CBS zensiert wurde, hat jedoch keinen politischen Hintergrund – es geht allein um das Wort "Fuck". Das darf im frei empfangbaren US-Rundfunk nicht gesagt werden, sonst drohen teils empfindliche Geldstrafen für den Sender.

Seit Jahren werden deswegen Live-Sendungen mit einigen Sekunden Zeitverzögerung gezeigt, damit Schimpfwörter herausgeschnitten werden können.

Im australischen Fernsehen lief die Szene unzensiert:

Für mehr als eine halbe Minute jubelten ihm die Promis aus der Theater- und Musicalbranche zu, während de Niro mit erhobenen Fäusten vor ihnen steht. Und schnell ist auch den Fernsehzuschauern klar, was da gerade gesagt wurde.

Manche machen sich deshalb über die Zensur lustig:

Andere feiern Robert DeNiro einfach nur:

Und diese Nutzerin vermutet dass Donald Trump schon bald antworten wird – obwohl der ja gerade zum Treffen mit Nordkoreas Diktator gereist ist:


Today

Die Überlebenden des Parkland-Massakers rühren bei den Tony Awards alle zu Tränen

11.06.2018, 13:10 · Aktualisiert: 11.06.2018, 13:56

In den USA sind auch die Musicals politisch – vor allem dann, wenn Schüler mitsingen, die einen Amoklauf überlebt haben. Am Sonntag wurden in New York die Tony Awards verliehen, die wichtigsten Theaterpreise der Welt. Sie sind sozusagen die Oscars des Broadway. 

"Harry Potter und das verwunschene Kind" war einer der Abräumer des Abends, neben dem besten neuen Theaterstück gewann die neue Erzählung aus dem Leben des nun erwachsenen Zauberers fünf weitere Preise – nur das Musical "The Bands Visit" war mit zehn Auszeichnungen noch erfolgreicher.

Mit dabei bei den Tony-Awards waren auch Überlebende des Amoklaufs in Parkland – und rührten mit ihrer Performance zu Tränen.