Bild: Steffen Kugler/ dpa/lbn

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Frauen sollen in Berlin künftig im Stehen pinkeln

07.08.2017, 14:15 · Aktualisiert: 07.08.2017, 19:16

Es gehört zu den Ungerechtigkeiten der Geschlechtsunterschiede, dass Männer im Stehen pinkeln dürfen, während sich Frauen dafür hinsetzen sollen.

Das Problem beginnt für eine Frau im Grunde, sobald sie ihr Haus und damit das Klo im bevorzugten Reinheitszustand verlässt: In Bars, auf Festivals und Partys lästig, und auch auf öffentlichen Toiletten treiben einen die vorhanden Sanitäranlagen ziemlich schnell an die Grenzen des Ekelempfindens.

Die Versuche vieler Frauen, dem Kontakt mit der dreckigen Klobrille zu entgehen, sind deshalb, nun ja, mal kreativ und mal grotesk: Manche perfektionieren die Lufthocke (also im Grunde genommen schon eine Art, im Stehen zu Pinkeln), andere klettern auf die Klobrille, um darüber zu Schweben und manche bringen verschiedenste Reinigungsutensilien und Papierauflagen mit – in der Handtasche. Lösungen finden die meisten. Nur: Einfach ist das alles nicht.

Die Stadt Berlin will das ändern. In Zukunft soll es in allen öffentlichen Toiletten auch Urinale für Frauen geben.

Das geht aus dem "Toilettenkonzept für Berlin" hervor, das der Umweltsenat gemeinsam mit der Firma Zebralog und der Technischen Universität Berlin erarbeitet und in der vergangenen Woche vorgestellt hat. (Berliner Senat) Unter dem Stichwort "Geschlechtergerechtigkeit" steht dort, das Angebot von Unisex-Toiletten solle erweitert werden. Denn:

  • Noch immer gebe es, neben Unisex-Toiletten mit Klo und Pissoir, einige öffentliche Anlagen in Berlin, die ausschließlich Pissoirs für Männer anbieten – bei denen Frauen und ihre Bedürfnisse also komplett ausgeschlossen werden.
  • Aus Sicht der Gleichstellung sei das nicht akzeptabel. Abschaffen wolle man sie aber auch nicht, da sie nachweislich gegen sogenanntes "Wildpinkeln" helfen.
  • Pissoirs sollte es daher künftig ausschließlich in Kombination mit Unisextoiletten geben.
  • Und: Sie sollten von allen Geschlechtern genutzt werden können.

Warum die Stadt überhaupt ein neues Konzept für öffentliche Toiletten braucht:

Vor allem Festival- und Partygängerinnen kennen sogenannte Urinellas: Kleine Papptrichter, die das Pinkeln im Stehen erleichtern und durchaus praktisch sein können. Um die Pinkelverlängerung nutzen zu können, muss man diese aber auch immer in der Tasche haben. Warum also kein Urinal für Frauen?

Nur: Wie genau sieht sowas aus?

Das haben sich die Autoren des Toilettenkonzepts auch gefragt und liefern das passende Beispiel gleich mit. Auf einem Bild in dem Konzept ist das "Girly Urinals" zu sehen, entworfen vom italienischen Designer Matteo Thun. Thun gewann dafür im Jahr 2004 den Designerpreis "Compasso d'Oro". Im Netz findet man dazu unter anderem die Beschreibung: "WC-Urinal optimal für Sie. Kein Kontakt dank seiner innovativen Form, die die Anatomie der Frau berücksichtigt." (B.Z., Stylepark.com)

(Bild: Stylepark)

Unisextoiletten sollen auch die Diskriminierung von Transsexuellen verhindern:

Natürlich sind nicht alle von dem Konzept überzeugt – wie immer. Gunnar Schupelius – ja, ein Mann – von der Berliner Lokalzeitung B.Z. etwa hinterfragt die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit des Vorhabens:

Was sagen die Frauen eigentlich? Gibt es eine Umfrage? Fühlen sie sich diskriminiert, wenn sie ein Pissoir sehen, weil sie es nicht nutzen können? Fühlen sie sich schon seit mehr als 100 Jahren benachteiligt, also so lange wie es Pissoirs überhaupt gibt? Und wer verlangt nach dem Frauen-Urinal? Wie wichtig ist es denn wirklich?

Jetzt könnte man Herrn Schupelius vielleicht mit folgendem Experiment überzeugen: Er kann sich ja ein Jahr lang auf jede öffentliche Toilette setzten, die er aufsuchen muss. Und nein, Wildpinkeln gilt nicht. Wenn er sich danach nicht wünscht, im Stehen zu pinkeln - Respekt!

Und, was sagt ihr, Frauen:


Haha

Designerin verrät: Jon Snows Mantel ist ein Ikea-Teppich

07.08.2017, 13:42

Die Kultserie "Game of Thrones" gehört zu den teuersten TV-Serien, die aktuell produziert werden. Die vergangene Staffel kostete im Schnitt 10 Millionen Dollar pro Folge (Forbes), die Schlachten und Effekte der bisherigen Staffel zeigen: Es wird ähnlich teuer.

Gut, dass an einer Stelle gespart wird: An Jon Snows Wintermantel.