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So unterschiedlich denken Europäer über sexuelle Belästigung

10.11.2017, 08:14 · Aktualisiert: 11.11.2017, 10:42

Sexuelle Belästigung ist nicht gleich sexuelle Belästigung. In Europa werden Vorfälle völlig unterschiedlich bewertet. Das hat eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland ergeben.

Was hat YouGov genau gefragt?

Den Befragten wurden unterschiedliche Situationen beschrieben, in denen Frauen sexuell belästigt wurden – oder eben auch nicht. Die Bewertung wurde den Befragten überlassen.

Das ist dabei herausgekommen:

  • Völlig einig sind sich die Nationen, dass es absolut nicht in Ordnung ist, wenn "ein Mann einer Frau unter den Rock fotografiert" oder "wenn ein Mann vor einer Frau seine Genitalien entblößt". In jedem Land definieren das mindestens 90 Prozent als sexuelle Belästigung. (Hier kannst du alle Ergebnisse sehen.)

(Bild: YouGov)

  • Anders sieht es aber bei Tanzen oder bei Witzen aus. Das Antanzen auf Partys oder in Clubs mit Körperkontakt ist für vier von fünf Briten (82 Prozent) sexuelle Belästigung. In Frankreich (71 Prozent), Schweden und Norwegen (beide 73 Prozent) sind es zehn Prozentpunkte weniger. In Deutschland (50 Prozent) und Finnland (53 Prozent) definieren dies nur die Hälfte der Befragten als sexuell übergriffig.
  • Beim Humor gibt es kaum noch Einigkeit. Wenn Männer gegenüber einer Frau Witze mit sexuellem Inhalt machen, stört das nur jeden sechsten (17 Prozent) Dänen. Von den Deutschen (35 Prozent) und Schweden (38 Prozent) wäre immerhin jeder Dritte empört. Die größten Probleme hätten anzügliche Witzeerzähler in Großbritannien (69 Prozent) und Finnland (67 Prozent).
  • Weitere Ergebnisse: Rund die Hälfte der Schweden sieht es als ein No-Go an, wenn ein Mann einer Frau auf die Brüste schaut. Franzosen finden es schwierig, wenn ein Mann seinen Arm um die Taille einer Frau legt.

Die Umfrage von YouGov lässt vermuten, dass Deutsche lockerer mit der Frage umgehen, was sexuelle Belästigung ist und was nicht. Die anderen befragten Nationen haben dort striktere Vorstellungen – wie zum Beispiel die Briten.

YouGov Umfrage zur sexuellen Belästigung

Für die Umfrage wurden insgesamt 8.490 Menschen im Oktober 2017 von YouGov befragt. Die Teilnehmerzahl in den unterschiedlichen Ländern variiert allerdings: 2775 Briten, 1680 Deutsche, 910 Franzosen, 912 Dänen, 917 Schweden, 924 Finnen und 372 Norweger. 

Woran könnte das liegen?

Das hat der Bayerische Rundfunk Katharina Wagner von der Uni Würzburg gefragt. Sie beschäftigt sich dort mit sexueller Gewalt. "Sexuelle Gewalt gegen Frauen wurde sehr lange bagatellisiert und unsichtbar gemacht", sagt Wagner.

Die Debatte um die Kölner Silvesternacht und "Nein heißt Nein" habe das gezeigt. Wir müssten aufhören sexuelle Belästigung klein zu reden.


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