Bild: Christophe Archambault/AFP POOL/AP/dpa

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Macrons Partei siegt bei der Parlamentswahl, nur wenige Franzosen stimmten ab

18.06.2017, 20:09 · Aktualisiert: 18.06.2017, 20:41

Einer der Verlierer: Der rechtspopulistische Front National

Er kann sich wieder freuen. Nach der Präsidentschaftswahl hat Emmanuel Macron jetzt auch noch bei der Parlamentswahl einen Erfolg gefeiert. Seine Partei La République en Marche (Die Republik in Bewegung) und ihre Verbündeten liegen nach den ersten Hochrechnungen bei den Wahlen zur Nationalversammlung vorn.

Das Lager gewann zwischen 355 und 425 von 577 Abgeordnetenmandaten – die absolute Mehrheit. Dafür waren 289 Sitze nötig. Das konservative Lager erzielte zwischen 97 und 130 Abgeordnetenmandate. (SPIEGEL ONLINE/ Tagesschau)

  • Der Erfolg hatte sich bereits im ersten Wahlgang abgezeichnet. Am Sonntag vor einer Woche hatte Macrons Partei deutlich vorne gelegen – mit 32,3 Prozent.
  • "La République en Marche" hatte Macron erst vor 14 Monaten gegründet. Für ihn treten zahlreiche Polit-Neulinge an.
  • Bislang dominierten die Sozialisten im Parlament, für sie ist das Ergebnis eine herbe Niederlage. Sie kamen laut der Hochrechnungen nur auf 27 bis 49 Sitze.
  • Auch der rechtspopulistische Front National (FN) von Marine Le Pen bleibt ohne Einfluss, er liegt zwischen vier bis acht Sitzen.
  • Parteichefin Le Pen selbst gewann in ihrem Wahlkreis in Nordfrankreich, wie sie der Nachrichtenagentur AFP sagte. Sie zieht damit erstmals in die Nationalversammlung ein.

Wahl zur Nationalversammlung in Frankreich - so funktioniert's:

Die Abgeordneten des Parlaments werden nach einem Mehrheitswahlrecht in zwei Wahlgängen in 577 Wahlkreisen gewählt. 

  • Im ersten Wahlgang ist ein Abgeordneter eines Wahlkreises gewählt, wenn er mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erreicht hat, sofern seine Stimmenzahl mindestens 25 Prozent der Zahl der Wahlberechtigten des Wahlkreises beträgt. 
  • Im zweiten Wahlgang reicht die relative Mehrheit im Wahlkreis. Antreten kann, wer im ersten Wahlgang mindestens 12,5 Prozent der Stimmen der eingeschriebenen Wähler erhielt. (Landeszentrale für Politische Bildung)

(Bild: Claude Paris/AP/dpa)

Wie viele Menschen haben abgestimmt?

Sehr wenige. Bis 17 Uhr gaben nur 35,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen ab, wie das Innenministerium bekannt gab.

Im ersten Wahlgang vor einer Woche lag die Wahlbeteiligung am Ende des Tages bei 48, 7 Prozent - das war der bislang niedrigste Wert bei einer Parlamentswahl seit Gründung der Fünften Republik 1958. (Tagesschau)

Was hat Macron vor?

Der Erfolg bei der Wahl zur Nationalversammlung ermöglicht Macron es nun, mit sehr viel Rückhalt im Parlament, seine sozialliberalen Reformen durchzusetzen.

  • Er will zum Beispiel ein Gesetz für mehr Moral in der Politik schaffen. Es ist eine Reaktion auf Skandale wie der um den konservativen Präsidentschaftskandidaten François Fillon. Er soll seine Frau scheinbeschäftigt haben.
  • Macron will das Arbeitsrecht reformieren. Dabei drohen im Herbst neue Massendemonstrationen der Gewerkschaften und der Linken.
  • Auch ein neues Sicherheitsgesetz ist nach den vergangenen Terroranschlägen geplant.

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