12.02.2018, 13:17

Erneut hat die Hamburger Polizei ein Plakat entfernt, das den Tod des Asylbewerbers Oury Jalloh thematisiert.

Jalloh ist 2005 in seiner Haftzelle in Dessau gestorben. Lange ging man davon aus, dass er sich selber angezündet habe. Nach neuen Recherchen gibt es aber Vermutungen, dass Jalloh von Polizisten ermordet wurde. (bento)

Am Sonntag hat die Hamburger Polizei nun zum wiederholten Mal ein Plakat entfernt, das der Polizei die Schuld am Tod von Oury Jalloh gibt. Auf dem weißen Banner stand in schwarzen Buchstaben:

Oury Jalloh ermordet von deutschen Polizisten

Das Banner hing nur wenige Stunden an der Hauswand des Wohnprojekts Plan B im Hamburger Stadtteil St. Pauli.

Aktivisten teilten auf Twitter Bilder von dem Polizeieinsatz:

Warum darf die Polizei ein Banner einfach so entfernen?

Wir haben den Anwalt Peer Stolle gefragt, er hat sich auf Polizeirecht spezialisiert. Stolle sagt: "Die Polizei kann ein solches Banner entfernen und als Beweismittel sichern, wenn es sich dabei um eine Beleidigung oder Verleumdung handelt."

Da Gutachter mittlerweile aber von einer Tötung des Asylbewerbers ausgehen und ein Suizid als unwahrscheinlich gilt (SPIEGEL ONLINE), findet Stolle das Verhalten der Polizei problematisch:

Die Polizei wär gut beraten, wenn Sie sich um die Aufklärung des Falls Jalloh bemühen würden, anstatt die Kritik an dem polizeilichen Umgang mundtot zu machen.

Im November 2017 hatte es eine ähnlichen Vorfall an der Roten Flora im Hamburger Schanzenviertel gegeben.

Aktivisten hatten dort ein Plakat aufgehängt, auf dem zu lesen war: "Oury Jalloh, 7. Januar 2005. Ermordet in Dessau von deutschen Polizisten!" Die Polizei entfernte das Transparent damals ebenfalls. Ein Sprecher sagte damals, beim Transparent handele es sich um eine Straftat – eben weil Polizisten dadurch verleumdet würden. (bento)

Am Montag war die Polizei bislang nicht erneut für eine Stellungnahme zum Einsatz im Wohnprojekts Plan B zu erreichen.


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Warum Bielefeld einen eigenen 0-Euro-Schein hat

12.02.2018, 12:23

Bezahlen kann man damit nicht.

Die Stadt, deren Existenz oft angezweifelt wird, hat jetzt einen eigenen Euro-Schein – einen 0-Euro-Schein. Nein, es handelt sich nicht um eine neue Verschwörungstheorie. Der Schein ist echt, mit Hologramm, Sicherheitsfaden und Blindenschrift. 

Und so sieht er aus: