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09.02.2018, 18:13 · Aktualisiert: 13.02.2018, 15:37

Dumm gelaufen.

Südkorea hat die Olympischen Winterspiele eröffnet – und die Eröffnungsfeier als Zeichen für Frieden und Toleranz gestaltet. Zur Feier reiste sogar eine Delegation aus Nordkorea an – inklusive der Schwester des nordkoreanischen Diktators, Kim Yo-jong.

  • Das ist eine große Besonderheit: Nordkorea und Südkorea sind seit Jahrzehnten verfeindet, der Norden provoziert regelmäßig mit Raketentests. Dass sich nun beide Seiten zu den Winterspielen treffen, ist ein Zeichen der Annäherung.

Eine dritte Partei hat allerdings Probleme mit der Versöhnung: die USA, erklärter Feind von Nordkorea.

US-Präsident Donald Trump hat im vergangenen Jahr den Konflikt mit Nordkorea mehrmals verschärft. Auf Twitter drohte er mit einem Atomkrieg, den nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un beleidigte er als "klein und dick".

Nun war Trumps Stellvertreter, Vizepräsident Mike Pence, in Pyeongchang zur Eröffnung der Winterspiele geladen. Pence bemühte sich redlich, einen großen Bogen um die Vertreter aus Nordkorea zu machen.

Und nun passierte bei der Eröffnungsfeier das:

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Pence wurde direkt vor die nordkoreanische Delegation gesetzt. Die Schwester des Machthabers saß ihm also die ganze Zeit im Nacken. Dabei hatte er sie zuvor bereits brüskiert:

  • Die Einladung zu einem Abendessen für Prominente schlug Pence zuvor aus – weil er mit Nordkoreanern an einem Tisch hätte sitzen müssen. Von nordkoreanischer Seite wurde das als Beleidigung aufgefasst. (BBC)
  • Stattdessen hat er sich mit Oppositionellen getroffen, die aus Nordkorea geflohen sind. (Quartz)

Neben Pence wurde der südkoreanische Präsident Moon Jae-in und der japanische Premier Shinzo Abe gesetzt. Aber: Als Zeichen der Anerkennung platzierten die Gastgeber eben auch die Nordkoreaner in unmittelbarer Nähe.

Südkoreas Moon Jae-in verstand sich prächtig mit den Gästen aus Nordkorea:

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Pence soll hingegen während der ganzen Zeremonie die Sitznachbarn hinter ihm eisern ignoriert haben. Auf den Fotos ist zu sehen, wie zerknirscht er ob der erzwungenen Annäherung schaut.

Allerdings auch in Gegenwart der anderen Delegation, die rechts hinter ihm saß.

Es war die deutsche – repräsentiert durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier:

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Im Stadion selbst war übrigens mehr Stimmung:


Gerechtigkeit

So arbeitet die AfD heimlich mit den rechtsextremen Identitären zusammen

09.02.2018, 18:00 · Aktualisiert: 09.02.2018, 16:12

Es sind Chatprotokolle aufgetaucht.

Die Identitären sind eine rechtsextreme Gruppe, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Sie wollen homogene Völker, Zuwanderung durch Flüchtlinge bezeichnen sie als "ethnokulturellen Selbstmord".

In der AfD dürften diese Thesen Anhänger finden – auch wenn die Partei das offiziell nicht zugeben würde. Die Partei duldet Rechtsradikale in hohen Ämtern, einige sitzen mittlerweile im Bundestag. Aber von all zu deutlichem Rassismus grenzt sich die Partei zumindest offiziell ab.

So will die AfD angeblich nichts mit den Identitären zu tun haben. Aber tatsächlich pflegen beide Seiten enge Kontakte.