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09.03.2016, 22:49 · Aktualisiert: 12.04.2016, 14:28

Das war Martin Schulz, dem Präsidenten des Europäischen Parlaments, zu viel: Wegen einer "schwerwiegenden Verletzung der Werte und Grundsätze der Union" schmiss er einen Abgeordneten der griechischen Neonazi-Partei Goldene Morgenröte aus der laufenden Sitzung. Der Abgeordnete, Eleftherios Synadinos, hatte am Mittwoch gegen Türken gehetzt.

Es sei eine "Grundsatzentscheidung" nötig, sagte der SPD-Politiker Schulz. Immer mehr Abgeordnete im Europaparlament würden systematisch "rote Linien überschreiten". Im EU-Parlament sind mehr als hundert europaskeptische und europafeindliche Politiker vertreten.

Der Rauswurf im Video:

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Was Synadinos gesagt hat:

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"Wie osmanische Wissenschaftler geschrieben haben: Die Türken sind geistige Barbaren, gottesverachtend, Schwindler und schmutzig. Der Türke ist wie der Hund, der den Wilden spielt, aber, wenn er gegen den Feind zu kämpfen hat, davonläuft. Der einzige effektive Weg, mit den Türken umzugehen, ist die Faust und Entschlossenheit."

Was ist die "Goldene Morgenröte"?

Die rechtsradikale Partei, auf griechisch Chrysi Avgi, existiert seit Beginn der neunziger Jahre. Bei der Wahl im September 2015 kam sie auf rund 7 Prozent der Stimmen. Damit ist die Goldene Morgenröte drittstärkste Partei im Parlament. Die Neonazis profitieren von der Arbeitslosigkeit, Armut, Korruption und von den strengen Sparauflagen im Zuge der Euro-Krise.