09.02.2018, 10:54

Ein AfD-Abgeordneter aus Schleswig-Holstein hat dem SPD-Chef Martin Schulz indirekt den Tod gewünscht – mit einer Anspielung auf Konzentrationslager der Nationalsozialisten oder die Stahlindustrie.

Es geht um einen Tweet von Jörg Nobis. Seit 2017 sitzt er für die rechtspopulistische AfD im Landtag von Schleswig-Holstein. Auf Twitter hat er nun die GroKo-Verhandlungen von CDU, CSU und SPD kommentiert.

Nobis schreibt, er wolle den Schulzzug "in den Hochofen" fahren:

Die Nationalsozialisten haben Juden, körperlich Benachteiligte und Oppositionelle in Konzentrationslagern eingesperrt und systematisch getötet. Menschen wurden in Gaskammern erstickt oder in Öfen verbrannt. Der "Hochofen" von Nobis lässt sich damit assoziieren. Oder auch mit den gefährlichen Hochöfen, die in der Stahlproduktion eingesetzt werden. So oder so: Wer jemandem wünscht, dass er in einem Ofen landet, wünscht ihm den Tod.

Es ist die Art von Provokation, mit der die AfD immer wieder versucht, Politik zu machen. Mitglieder der Partei nutzen rechtes Vokabular oder deuten Praktiken aus der NS-Zeit an – später wollen sie es meist nicht so gemeint haben.

Das Perfide: Stück für Stück will die AfD so die Grenze dessen, was gesellschaftlich akzeptabel ist, weiter nach rechts verschieben.

Auf Twitter wurde Nobis direkt für seinen Tweet kritisiert:

Der grüne Landtagsabgeordnete Rasmus Andresen zeigte Nobis wegen Volksverhetzung an:

Es ist nicht das erste Mal, dass die AfD öffentlich gegen Martin Schulz hetzt.

Im März vergangenen Jahres wurde dem Politiker eine Hakennase gephotoshopt. Das Bild erinnert an die anti-jüdischen Propagandabilder der Nazis:


Today

Jahrelange Hetze auf Nazi-Plattform – jetzt muss der Betreiber ins Gefängnis

09.02.2018, 09:57

Zur Begrüßung gab es auf "Altermedia" meist Nazi-Parolen. Nach Einschätzung der Bundesanwaltschaft war es die wichtigste rechtsextreme Seite im Internet. Jahrelang. 2016 wurde sie von den deutschen Sicherheitsbehörden abgeschaltet. Jetzt standen die Betreiber vor Gericht.