09.07.2018, 19:33

3 Tweets, die zeigen, dass der Konzern nichts verstanden hat.

Wieso sollten sich Feministinnen und Feministen anders schminken als andere Menschen? Und warum will ausgerechnet ein Kosmetik-Konzern mit Feminismus Geld verdienen, wenn er selbst gerade einmal fünf der 15 Vorstandsposten mit Frauen besetzt hat?

Vergangene Woche kritisierten Hunderte das Unternehmen L'Oréal für eine Lidschatten-Palette mit der Bezeichung "Feminist". In einem dazugehörigen Video-Tutorial auf YouTube zeigte Sängerin Lena Meyer-Landrut, wie man den "Statement Look Feminist" nachschminkt. Mit Feminismus hatte das wenig zu tun, beklagten sich viele. (bento)

Einen Tag später löschte der Konzern das Video. Auf Twitter erklärt die Marketing-Abteilung jetzt immer noch, warum.

Auf die Nachfrage einer Nutzerin, warum das Video gelöscht worden sei, antwortet L'Oréal so:

In einer Stellungnahme hieß es, man setze sich für gleiche Rechte für Frauen ein, engagiere sich seit Jahren für die L’Oréal-UNESCO For Women in Science Initiative. Es widerspreche völlig den Absichten von L’Oréal, die Anliegen des Feminismus durch den Produktnamen in ein schlechtes Licht zu rücken. Die Reaktionen hätten jedoch gezeigt, dass der Name "Feminist" missverständlich ist.

L’Oréal sieht in dem Video jedoch keinen Widerspruch zum Feminismus. (Desired) Der Grund für die Löschung sei ein anderer:

"Manche nutzen allerdings auch die Gelegenheit, um Dampf abzulassen und verstoßen damit gegen die Netiquette. Das Video ist deshalb offline."

"Feminist" als Produktname soll weiter erhalten bleiben. Es signalisiere "starke, natürliche Weiblichkeit."

Screenshot des gelöschten Videos

Screenshot des gelöschten Videos

Allerdings: Bevor das Video gelöscht wurde, fand sich in den Kommentaren vor allem inhaltliche Kritik.

Einigen fehlte schlicht eine Botschaft für den Feminismus in dem Video. Andere schrieben ironisch: "Die Frauen wollen eigentlich das Patriarchat zerschlagen, aber ihnen fehlt der richtige Lidschatten dazu. Danke Lena 😍.". "L'Oreal hat leider nicht verstanden, worum es im Feminismus geht. Schminken ist natürlich okay. Und nicht Schminken ist genauso okay. Einen 'feministischen Look' gibt es zum Glück nicht", schreibt jemand anderes. Oder: "Eine Firma, die von der Unsicherheit über das eigene Aussehen von Leuten lebt, wirbt mit Feminismus. Kann man nicht erfinden."

Auch wenn das Video gelöscht ist, die Kritik und die Fragen dazu bleiben.

Was Lena im Video sagt, haben wir hier zusammengefasst:


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