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Ein Typ klaut Fotos – und gibt sich auf Instagram als Kriegsreporter aus

08.09.2017, 15:32

Eduardo Martins kommt aus Brasilien und hat sich hochgearbeitet. Er hatte angeblich Leukämie, irgendwann besiegte er die Krankheit und startete als Kriegsfotograf durch.

Im Irak, in Syrien und in Somalia will er gewesen sein, auf Instagram stellte er seine Fotos mitten aus den Bürgerkriegen und Krisengebieten dieser Welt aus. Renommierte Medien, darunter unter anderem das "Wall Street Journal" und "Vice", kauften seine Fotos.

Nun kam heraus: Eduardo ist ein Schwindler, seine Kriegsfotos sind gefälscht.

Seine Geschichte zeigt, wie gefährlich der Umgang mit der Wahrheit in Zeiten von Social Media ist – wie leicht es ist, ein völlig fremdes Leben auf Instagram zu inszenieren.

Bei dem angeblichen Eduardo ging es nicht um perfekte Sonnenuntergangsfotos und Frühstücks-Bowls, sein Instagram-Feed war voller Trümmerfelder und Maschinengewehre. Die Fotos waren allerdings von echten Kriegsfotografen geklaut, er hat sie mit einer speziellen Foto-Software leicht verändert, um nicht aufzufallen. (BBC)

Bei Instagram bastelte er einfach seinen Kopf auf die Körper echter Kriegsfotografen:

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Über seine Rolle als Fotograf redete er auch gerne in Interviews. Bei einem Einsatz im Irak hätte er einmal die Kamera beiseite gelegt, um einem Jungen zu helfen, der von einem Molotov-Cocktail verwundet wurde, sagte er dem Recound Magazin im Oktober 2016.

"In solchen Momenten, die mir bei der Arbeit oft passieren, höre ich auf, Fotograf zu sein und werde wieder Mensch."

Wie flog er auf?

Die BBC-Brasil-Mitarbeiterin Natasha Ribeiro kam ihm auf die Spur. Bei einem Treffen mit ihm wurde sie misstrauisch, weil weder sie noch andere brasilianische Journalisten im Nahen Osten jemals von einem Eduardo Martins gehört hatten.

  • Die Fotos konnten mehreren anderen Fotografen zugeordnet werden – sie hatten keine einheitliche Bildsprache.
  • Mehrere Fotos konnten auch einem britischen Surfer zugeordnet werden, dessen Identität der Schwindler ebenfalls geklaut hatte.

Nun sind die Profile des falschen Eduardo auf Instagram und Facebook gelöscht. Wer er wirklich war, ist unklar.


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