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Immer mehr Banken kassieren dich ab: Wie du den Kontogebühren entkommst

19.04.2017, 10:40 · Aktualisiert: 19.04.2017, 12:43

Jeder braucht ein Girokonto, das ist klar. Das Problem: Immer mehr Banken berechnen hohe Gebühren. Und nicht nur das. Viele Volksbanken und Sparkassen verlangen mittlerweile sogar Geld, wenn man ein paar Euro bei der eigenen Filiale abheben will.

Laut dem Verbraucherportal "Biallo.de" ist bei 43 von 400 Sparkassen das Geldabheben bei bestimmten Kontomodellen teilweise nicht mehr gratis. Bei den Volks – und Raiffeisenbanken trifft das auf etwa 150 Institute zu. (Biallo).

Ist das nur ein kurzzeitiger Trend? Und gibt es noch Banken, bei denen man den Gebühren entfliehen kann? Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Warum müssen wir jetzt alle zahlen?

Das Ganze hat einen einfachen Grund: Sparkassen und Volksbanken verdienen heute nichts mehr mit unserem Geld. Früher genügte es den Banken, das Guthaben auf den Konten der Kunden für Finanzgeschäfte einzusetzen. Heute müssen Geldinstitute teilweise sogar drauflegen, wenn sie etwa ihr Geld bei der Europäischen Zentralbank lagern.

"Ähnlich wie ihre Kunden können auch Banken und Sparkassen ihr Geld kaum noch so anlegen, dass es Erträge bringt", sagt ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands zu Bento. Man leide unter den historischen Niedrigzinsen.

Viele Institute warten nur darauf, dass eine Bank vorprescht und sich eine blutige Nase holt.
Professor Thomas Hartmann-Wendels

Wie ehrlich sind die Banken in Sachen Gebühren mit ihren Kunden?

Wer hohen Gebühren entkommen will und einen neuen Anbieter sucht, sollte aufpassen und das Kleingedruckte lesen. Bei der Sparkasse Soest etwa sorgte im Dezember ein Girokonto-Angebot für Aufregung (SPIEGEL ONLINE).

Das Unternehmen bot an, für eine Gebühr von 3,50 Euro im Monat ein Konto zu eröffnen. Nach dem Login aber wird zusätzlich abgerechnet, für jede Aktion muss der Kunde extra bezahlen. So kostet etwa der Abruf des Kontostands zwei Cent.

Zum Durchklicken: Hier kannst du herausfinden, ob du mit deinem Geld umgehst wie andere:

Können wir darauf hoffen, dass das eine kurzfristige Entwicklung ist - und die Banken die Gebühren bald wieder streichen?

Leider ist das Gegenteil der Fall. Thomas Hartmann-Wendels geht davon aus, dass nicht nur Sparkassen immer häufiger Gebühren einführen werden: "Auch die anderen Banken müssen Geld verdienen und werden nachziehen", sagt der Professor für Bankbetriebslehre an der Universität Köln im Gespräch mit Bento. "Viele Institute warten nur darauf, dass eine Bank vorprescht und sich eine blutige Nase holt."

Kann ich den Gebühren durch einen Bankenwechsel dann überhaupt noch entkommen?

Ja, das geht. Direktbanken wie DKB, Ing-Diba, Comdirect, N26 und Norisbank bleiben ihrem Kostenlos-Kurs treu: Dort sind die Girokonten und auch das Geldabheben in der Regel gratis. Zum Teil gibt es sogar noch eine Kreditkarte obendrauf.

Wir profitieren sicherlich davon, dass immer mehr Banken und Sparkassen Gebühren einführen.
Sprecher der ING-Diba

Das führt dazu, dass immer mehr Menschen ihre Bank wechseln. Mit acht Millionen Kunden liegt die ING-Diba als größte Direktbank zwar noch weit hinter den Sparkassen mit 50 Millionen Kunden (Statista). An Spitzentagen haben Menschen bei der ING-Diba im vergangenen Jahr jedoch nach eigenen Angaben viermal so viele Konten eröffnet wie 2015, insgesamt rund 400.000.

"Wir profitieren sicherlich davon, dass immer mehr Banken und Sparkassen Gebühren einführen", sagt ein Sprecher der ING-Diba gegenüber Bento. Das gelte insbesondere für Girokonten.

Auf was muss ich bei den Direktbanken verzichten?

Das gebührenfreie Modell können sich die Direktbanken nur leisten, weil anders als bei Sparkassen und Volksbanken kein Geld in eine Beratung vor Ort fließt. "Die Direktbanken sparen natürlich, da sie kein eigenes Filialsystem haben. Das ist eine teure Angelegenheit mit Raum- und Personalkosten", sagt Hartmann-Wendels.

Wer viel Wert auch einen persönlichen Berater legt, muss also Gebühren in Kauf nehmen. "Wenn Kunden sowieso alles im Internet erledigen, keine persönliche Beratung in der Filiale brauchen und Geld sparen wollen, dann spricht aber nichts gegen eine Direktbank", sagt Hartmann-Wendels.

Wenn Kunden sowieso alles im Internet erledigen, keine persönliche Beratung in der Filiale brauchen und Geld sparen wollen, dann spricht aber nichts gegen eine Direktbank
Professor Thomas Hartmann-Wendels

Bei der Sicherheit müsse man sich keine Sorgen machen, da gebe es keinen Unterschied zwischen Sparkassen und Direktbanken. Nur bei komplexen Geldgeschäften müsse man sich darauf einstellen, dass die Gespräche nicht in der Filiale ablaufen, sondern per Telefon oder Videochat.

Aber ist das Wechseln nicht super anstrengend?

Nein, ist es nicht mehr. Die Banken müssen ihren Kunden seit September beim Kontowechsel helfen und etwa Daueraufträge oder Lastschriften für sie umstellen. Wichtig ist nur, beim Eröffnen des neuen Kontos ein Formular auszufüllen, das der Bank die sogenannte Wechselhilfe erlaubt (Verbraucherzentrale).


Tech

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