Bild: Gaetano Piazzolla/Pacific Press via ZUMA Wire/dpa

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Mode-Opa Lagerfeld bezeichnet Flüchtlinge als "Feinde" der Juden

14.11.2017, 16:29 · Aktualisiert: 14.11.2017, 16:29

Karl Lagerfeld hat die Kontrolle über sein Reden verloren.

Bislang war Karl Lagerfeld ein Garant für pointierte Aussagen. Über den Schlabberlook sagte der 84-Jährige einmal: "Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren."

Nun hat sich Lagerfeld über Muslime und Juden geäußert – und es klingt, als habe er dabei Jogginghosen getragen.

Dem französischen Sender C8 sagte Lagerfeld:

"Selbst wenn Jahrzehnte dazwischenliegen, kann man nicht Millionen Juden töten und später dann Millionen ihrer schlimmsten Feinde holen."

Ein Ausschnitt aus dem Interview:

Merkel habe es eigentlich "gar nicht nötig gehabt", noch mehr Flüchtlinge aufzunehmen, nachdem schon Millionen gut integrierter Migranten im Land lebten. Offenbar habe sie aber ihr "Image als Rabenmutter" aus der Griechenlandkrise verbessern wollen, sagt der Modedirektor von Chanel.

Warum ist das wichtig?

Lagerfeld grenzt durch seine Aussagen Flüchtlinge aus und diffamiert Merkel als "Rabenmutter". Am schwierigsten ist jedoch das Zitat zum "Feind": Es stellt Muslime unter Generalverdacht, sie seien antisemitisch.

Die Aussage klingt eher nach AfD als nach einem Designer, der Vorbild für viele ist.

Wie reagierten die Zuschauer?

Bei der Rundfunkaufsicht Conseil supérieur de l'audiovisuel (CSA) seien Tausende Beschwerden eingegangen. Der Moderator von "Salut les Terriens" – übersetzt etwa "Hallo Erdenbürger" – Thierry Ardisson fragt beharrlich weiter, scheint etwas überfordert mit den Aussagen von Lagerfeld. Möglicherweise gibt es jetzt eine Rüge für die Sendung.

Muslime und Antisemitismus – was ist dran?

Eine unabhängige, vom Bundestag eingesetzte Expertenkommission hat sich mit der Frage beschäftigt. Dabei kam heraus, dass Juden immer wieder von Antisemitismus unter Muslimen berichten.

Die wichtigsten Aussagen der Sachverständigen aber waren: Rechtsextreme Lager seien nach wie vor die größte Quelle von Antisemitismus. (Bericht des BMI)


Sport

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