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Bild: YouTube / JuliensBlog

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YouTuber Julien wegen Volksverhetzung verurteilt

12.02.2016, 09:03 · Aktualisiert: 12.04.2016, 14:27

Das Amtsgericht Tecklenburg hat den YouTuber Julien am Mittwoch wegen Volksverhetzung verurteilt. Der 27-Jährige hatte im Mai des vergangenen Jahres in einem Video für seinen Kanal JuliensBlog über streikende Lokführer hergezogen und diese als "irrelevante Spasten" und "Hurensohnarmee" bezeichnet. (Westfälische Nachrichten)

Tiefpunkt des fünfminütigen Rants: "Vergasen sollte man diese Mistviecher. Wisst Ihr noch, wie die Juden mit Zügen nach Auschwitz transportiert wurden? Man sollte die Zugführer alle dahinbringen. Ich fahre auch den Zug, und zwar umsonst." (Tagesspiegel)

Offenbar eine Pointe für mehr Klicks und damit mehr Einnahmen durch YouTube. Daraufhin gingen bei der Polizei mehrere Anzeigen ein. JuliensBlog hat rund 1,3 Millionen Abonnenten, das Video wurde hunderttausendfach geklickt.

Vor Gericht erklärten Julien und sein Anwalt, das sei nur witzig gemeint gewesen. Das Gericht sah das allerdings anders: Die Verharmlosung von NS-Verbrechen steht als Volksverhetzung unter Strafe, Paragraf 130 Absatz 3 des Strafgesetzbuchs.

Die Strafe: Acht Monate auf Bewährung und 15.000 Euro Geldstrafe. Gegen das Urteil kann Julien in Berufung gehen. (SWR3)

Ursprünglich standen hier sechs Monate – ein Rechenfehler. Julien hatte einen Strafbefehl über 10 Monate erhalten, dagegen Einspruch eingelegt, das Gericht reduzierte laut "Westfälische Nachrichten" die Haftstrafe, setzte dafür aber die Bewährungsfrist herauf.

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