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Jugendliche in Deutschland begehen weniger Gewalttaten. Woran liegt das?

03.01.2018, 19:07 · Aktualisiert: 04.01.2018, 11:17

Forscher haben Jugendkriminalität erforscht und Gründe für den Rückgang gefunden.

Die Jugendgewalt in Deutschland ist im letzten Jahrzehnt deutlich gesunken. Das ist das Ergebnis einer Studie der Kriminalwissenschaftler Christian Pfeiffer, Dirk Baier und Sören Kliem. Im Auftrag des Bundesfamilienministeriums haben sie sich verschiedene Statistiken angesehen – und analysiert, was den Nachwuchs friedlich stimmt.

Die Forscher warnen aber auch vor anderer Gewalt wie Mobbing und politischem Extremismus.

Die Untersuchung zeigt: Das beste Mittel gegen Gewalt ist eine liebevolle Erziehung.

Wie hat das Forscherteam gearbeitet?

Für die Untersuchung haben sich die drei mit der polizeilichen Kriminalstatistik zwischen 2007 und 2015, der Statistik zu Raufunfällen an Schulen und Befragungen von Schülerinnen und Schülern zu Gewaltverhalten beschäftigt.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse der Studie im Überblick:

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Welche Erklärungsansätze liefern die Forscher?

Für die Forscher kommen mehrere Faktoren zusammen, das sind einige von ihnen:

  • Bildung: Der Anteil an Jugendlichen mit einem höheren Schulabschluss steigt seit Ende der Neunzigerjahre deutlich an. Auch die Jugendarbeitslosigkeit sinkt.
  • Familie: Auch die Gewalt in Familien geht zurück. Das belegen Schülerbefragungen.
  • Erziehung: Es gibt Belege dafür, dass die Erziehungsstile mit "emotionaler Zuwendung" häufiger auftreten.
  • Freunde: Schülerbefragungen zeigen, dass Jugendliche untereinander Gewalt missbilligen und immer häufiger ächten. Wer also Gewalt ausüben sollte, kommt bei seinen Freunden nicht gut an.
  • Freizeitverhalten: Schüler sind häufig damit beschäftigt, Medien zu konsumieren. Abgenommen haben hingegen Freizeitaktivitäten wie Kneipen- oder Discobesuche – also jene Aktivitäten, die man oft unkontrolliert ohne seine Eltern macht.
  • Helfen ist wichtiger geworden: Das gaben junge Menschen bei der Befragung der umfangreichen Shell-Jugendstudie an.
  • Alkoholkonsum: Auch der geht deutlich zurück.

Doch den Forschern sind auch einige Problemfelder aufgefallen:

  • 2016 hat die Jugendgewalt im Vergleich zu 2015 deutlich zugenommen – vorwiegend bei nichtdeutschen Tatverdächtigen. Die Forscher sehen die Ursache vor allem in der Integrationsfrage von Migranten und Flüchtlingen. Mehr dazu erfährst du hier:

  • Schülerbefragungen zeigen, dass die Zustimmung zu politischem Extremismus ansteigt. Dabei geht es um Ausländerfeindlichkeit, linken Extremismus und fundamentalistischen Einstellungen.
  • Der Anteil an Jugendlichen, die mit Cyberbullying in Kontakt gekommen sind, hat zugenommen.
  • Auch in Partnerschaften kommt es laut einer Befragung häufiger zu Gewalterfahrungen, zum Beispiel Beleidigungen, Gerüchte verbreiten oder auch körperlicher Gewalt.


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