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10.07.2018, 08:12

Die 3 Urteile zum Fall

Im Oktober 2016 schleichen sich ein damals 20-Jähriger und sein gleichaltriger Freund zu einer Flüchtlingsunterkunft im brandenburgischen Jüterbog. Sie haben zwei Molotowcocktails dabei, werfen beide auf das Heim für minderjährige Flüchtlinge. Wie durch ein Wunder wird niemand verletzt.

Ein 45-Jähriger steht daneben, der Vater des einen Jungen. Er singt nach dem Anschlag das Nazi-Lied: "Hisst die rote Fahne mit dem Hakenkreuz". (Tagesspiegel)

Nun ist er für die Anstiftung zur Tat zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden – wegen versuchten Mordes.

Es ist das dritte Urteil in Bezug auf den Brandanschlag von Jüterbog. Die Übersicht:

  1. Der Sohn des 45-Jährigen war bereits im vergangenen November zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe und 200 Sozialstunden in einem Flüchtlingsheim verurteilt worden.
  2. Für den anderen 20-Jährigen gab es nun drei Jahre Jugendstrafe, für den 45-jährigen Vater die sechseinhalb Jahre Haft.

Der 45-Jährige gilt als bekannter Neonazi. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Vater die jungen Männer anstiften wollte. Und dass sie vorhatten, Flüchtlinge zu töten. Einer der Molotowcocktails prallte in der Tatnacht an der Hauswand ab, der andere setzte eine Gardine in Brand. In der Flüchtlingsunterkunft lebten zur Tatzeit etwa 20 Bewohner.


Mit Material von dpa


Gerechtigkeit

Diese Aktivistin hat ihr Kopftuch abgelegt, nun soll sie in Iran 20 Jahre in den Knast

10.07.2018, 08:04 · Aktualisiert: 10.07.2018, 13:44

4 Fragen zum Urteil

Shaparak Shajarizadeh will anziehen, was sie möchte. Sie will nicht anziehen müssen, worauf sie keine Lust hat. Nun muss sie dafür ins Gefängnis.

Die Aktivistin wurde von einem iranischen Gericht zu zwei Jahren Haft und weiteren 18 Jahren auf Bewährung verurteilt. Die muss sie antreten, sollte sie erneut ihr Kopftuch ablegen. Das berichten übereinstimmend die Menschenrechtsorganisation NCR Iran, die sich für Frauenrechte in der islamischen Republik einsetzt, und das Blog Iran Human Rights Monitor.