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25.01.2018, 17:03

Klären wir das – ein für alle mal

Momentan hustet einfach jeder. Oder niest. Oder schnieft. Oder: Wird all das bald tun – denn Erkältungsviren verbreiten sich rasend schnell und man hat kaum eine Chance, ihnen zu entkommen. Was kann man tun, um sich selbst und andere zu schützen? Und wie lange dauert es, bis man nicht mehr ansteckend ist?

Wir haben nachgefragt: bei Dr. med. Daniela Huzly, der Bundesvorsitzenden des Berufsverbands der Ärzte für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie.

Wie werden Erkältungen überhaupt übertragen?

Im Normalfall läuft die Ansteckung indirekt ab, denn es passiert zum Glück nur selten, dass uns ein Erkälteter direkt in den Mund hustet. Der wahrscheinlichere Fall: Jemand niest in seine Hand oder putzt sich die Nase, dabei kommen Erkältungsviren an seine Finger, von dort auf die Türklinke oder an den Einkaufswagengriff, von dort an unsere Hände – und dann irgendwann in unseren Mund. "Vor allem auf Kunststoffoberflächen können Viren lange überleben", sagt Huzly. "Unter dem Mikroskop sieht man, dass diese Flächen eine poröse Struktur haben, in der sich infektiöse Tropfen mehrere Stunden oder sogar Tage halten."

Klären wir das – ein für alle Mal

In dieser Rubrik beantworten wir kleine Fragen des Alltags. Wenn du auch gerne eine beantwortet hättest, schreib uns an fuehlen@bento.de.

Merken wir sofort, dass wir uns etwas eingefangen haben?

Nein, denn der Ablauf bei Erkältungen ist tückisch: "Wenn die Schmerzen beginnen, ist bereits der ganze Hals voller Viren", erklärt die Ärztin. "Wir bemerken dann die erste Reaktion unseres Immunsystems: Der Schluckschmerz ist eine Abwehrreaktion, die Immunzellen fangen an, die infektiösen Eindringlinge zu bekämpfen – die haben zu dem Zeitpunkt aber schon die erste Vermehrungsphase hinter sich." Das bedeutet: Wir sind auch schon ansteckend, bevor wir überhaupt wissen, dass wir erkältet sind. Allerdings ist die Übertragungsgefahr in dieser Phase geringer, da wir noch nicht begonnen haben, durch ständiges Niesen und Schnupfen die Viren zu verbreiten.

Und wie lange dauert es, bis wir nicht mehr ansteckend sind?

"Bei Erwachsenen mit einem gesunden Immunsystem geht man von vier bis fünf Tagen aus, in denen infektiöse Viren verbreitet werden", sagt Huzly. Gezählt wird ab dem Tag, an dem wir die Erkältung spüren. Danach ist man im Normalfall nicht mehr ansteckend, auch wenn man selbst noch unter der verstopfen Nase oder dem kratzenden Hals leidet. "Die Symptome spüren wir weiter, weil das Immunsystem die angegriffenen Zellen repariert. Aber die Menge der Viren, die ausgeschieden werden, nimmt ab dem dritten Tag massiv ab." Meistens verschwinden nach etwa einer Woche auch die Beschwerden.

Anders sieht es bei Personen mit geschwächtem Immunsystem aus: Wenn sich die Erkältung über mehrere Wochen hartnäckig hält, ist die Ansteckungsphase entsprechend länger. Auch Kinder verbreiten die Viren über einen längeren Zeitraum, da ihr Immunsystem noch im Aufbau ist.

Hier kannst du alle Folgen von "Klären wir das – ein für alle Mal!" lesen.

Was können wir tun, um möglichst wenig Viren zu verbreiten?

Hände waschen! Und zwar im besten Fall nach jedem Niesen, Husten und Naseputzen. "Wenn gerade kein Waschbecken in der Nähe ist, dann sollte man darauf achten, möglichst wenig anzufassen", sagt die Expertin. Von Desinfektionsmitteln für unterwegs rät Huzly ab: "Viele helfen gegen Viren nicht, man braucht dafür ein passendes Mittel und das in großen Mengen – da ist Hände waschen die bessere Wahl."

Das Gleiche gilt auch, wenn man noch gesund ist und sich nicht anstecken will: Immer sofort zum Waschbecken, wenn man einkaufen war, mit den schniefenden Kollegen am Konferenztisch saß oder vom Geldautomaten kommt.

Immerhin: Wir können uns nicht selbst wieder anstecken, wenn wir etwa unsere ausgehusteten Viren auf der Computertastatur wieder aufnehmen. "Für eine kleine Weile ist man immun gegen diesen Erreger", sagt Huzly. "Aber diese Immunität hält nicht dauerhaft an."

Würde ein Mundschutz helfen – wenn wir denn so weit gehen wollen?

"Zum Beispiel in Japan tragen viele Menschen einen Mundschutz um sich vor Ansteckungen zu schützen, aber ein normaler Mundschutz hält Viren nicht ab", sagt Huzly. Doch obwohl Viren durch das Material gelangen können, gibt es einen positiven Effekt: "Man hat einen mechanischen Schutz, weil man mit der Hand nicht ständig an die Nase oder an den Mund geht." Es werden also weniger Viren aus uns heraus oder in uns hinein befördert. Die alltagstauglichere Alternative zum Mundschutz wäre: die eigenen Hände möglichst gut unter Kontrolle halten und sich selbst weniger an Mund und Nase fassen.


Tech

Lieferando akzeptiert Bitcoin – damit mehr Gamer bestellen

25.01.2018, 16:08

Die Pizza mit Bitcoin bezahlen – das geht seit Juli 2017 bei Lieferando. Die Quattro Formaggi gibt's zum Beispiel für 0,0007770 Bitcoin – oder eben sieben Euro

Aber lohnt es sich für den Lieferdienst, die Kryptowährung neben Kreditkarte oder Paypal als Zahlungsmittel zu akzeptieren? 

In den USA hat der Bezahldienstleister “Stripe" gerade erst seine Unterstützung für Bitcoin-Zahlungen eingestellt. Die Begründung: In der Zeit, bis eine Überweisung bestätigt ist, kann der Kurs stark schwanken. So würden oft falsche Beträge überwiesen. Außerdem seien die Transaktionsgebühren zu hoch (Stripe).

Lieferando ist dagegen nach etwa einem halben Jahr Bitcoin-Bezahlungen noch optimistisch und will auch in Zukunft daran festhalten, obwohl weniger als ein Prozent der Bestellungen per Bitcoin bezahlt werden. Lieferando sagt, dass sie momentan eher eine spezifische Kundengruppe ansprechen und nicht die Masse. Diese Kunden sind laut dem Unternehmen vor allem Gamer: “Gaming-affine Leute bestellen tatsächlich sehr viel Essen und dieser Zielgruppe wollen wir entgegenkommen", sagte eine Unternehmenssprecherin zu bento.