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13.06.2018, 14:31 · Aktualisiert: 13.06.2018, 18:42

Wir erklären es.

Die Humanen Papillomaviren, auch HPV genannt, sind womöglich nicht jedem ein Begriff. Gebärmutterhalskrebs dagegen – also das, was die Ansteckung mit HPV zur Folge haben kann – hat sicher jeder schon gehört. Vor allem aber jede: Denn die Impfung wird jungen Frauen vor dem ersten Geschlechtsverkehr nahegelegt, dann ist sie am wirksamsten. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse.

Tatsächlich können sich auch Männer mit HPV infizieren. Auch das kann Krebs zur Folge haben.

Doch bisher sahen die Schutzimpfungsrichtlinien keine Impfung von Jungs vor. Das bedeutet: Die gesetzlichen Krankenkassen sind nicht verpflichtet, die Kosten zu übernehmen. Jungs mussten also selbst zahlen. Von manchen Krankenkassen werden die Kosten bereits jetzt auch für Männer übernommen, allerdings ist das noch nicht die Regel. (Robert-Koch-Institut)

Das soll sich jetzt ändern: Die Ständige Impfkommission (Stiko) – die zur Robert-Koch-Stiftung gehört – hat nun eine Mitteilung veröffentlicht, in der sie die HPV-Impfung auch für Jungen empfiehlt.

Wir erklären, warum das erst jetzt passiert und was es mit der HPV-Impfung auf sich hat.

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Was genau sind Humane Papillomaviren?

Es gibt mehr als einhundert unterschiedliche Arten von HPV, einige davon werden als "Hochrisiko-Typen", andere als "Niedrigrisiko-Typen" kategorisiert. Die besonders gefährlichen Typen können Krebs verursachen. Die häufigsten Krebsarten, die durch HPV verursacht werden, sind Gebärmutterhalskrebs, Krebs in Mundhöhlen und Rachen, aber auch am Penis und After.

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Wie werden sie übertragen?

Vor allem beim Sex, denn die Viren werden hauptsächlich über die Schleimhäute übertragen. Es kann also auch beim Anal- und Oralsex zu einer Infektion kommen.

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Wenn auch Männer infiziert werden können: Warum erst jetzt die Impf-Empfehlung?

"Das hat einfach mit Kostengründen zu tun", erklärt Frauenärztin Andrea Witt aus Hamburg. "Bei Männern ist die Ansteckung seltener, Gebärmutterhalskrebs kommt einfach häufiger vor. Darum hat man sich bisher davor gedrückt."

Jährlich erkranken 6250 Mädchen und Frauen durch eine HPV-Infektion an Krebs, 1600 Jungen und Männer.

Ist die Impfung teuer?

Ja, sagt Witt, denn die HPV-Impfung müsse zwei- bis dreimal wiederholt werden, ein Impfstoff koste 160 Euro. Das heißt, für eine erfolgreiche Impfung muss man in jedem Fall mehr als 300 Euro zahlen. In anderen Ländern werde die Impfung längst von Krankenkassen übernommen, sagt Witt, beispielsweise in Australien.

Die Maßnahme war absolut überfällig.
Andrea Witt, Frauenärztin
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Wie sicher ist die Impfung?

Es gibt zwei Impfungen, die zugelassen sind. Diese wirken gegen 70 bzw. 90 Prozent der Hochrisiko-Typen. Auch eine Untersuchung der Cochrane-Stiftung, an der mehr als 70.000 Probanden teilnahmen, hat ergeben, dass die Impfung wirksam bis sehr sicher ist. (Zeit Online)

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Was erhofft man sich jetzt von der Impfung der Männer?

  • Zum einen soll sie natürlich helfen, Krebserkrankungen auch bei Männern vorzubeugen,
  • zum anderen soll die Zahl der Frauen verringert werden, die sich infizieren, indem weniger Männer den Virus weitertragen.

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Wie geht es jetzt weiter?

Am 5. Juni wurde der Beschluss von der Stiko gefasst, Ende August wird er in Kraft treten. Ab diesem Zeitpunkt hat der sogenannte Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) drei Monate Zeit, um zu prüfen, ob die HPV-Impfung für Männer in die Schutzimpfungsrichtlinien aufgenommen wird. Eine Sprecherin des Robert-Koch-Instituts sagte im Gespräch mit bento, dass der GBA in der Geschichte bisher alle Empfehlungen der Stiko angenommen hat.


Haha

Opa kauft sich Bild von einer Brücke – dabei steht sie direkt vor seinem Fenster

13.06.2018, 14:00 · Aktualisiert: 13.06.2018, 15:02

We feel you!

Die Forth Bridge in Schottland ist ein schönes Motiv für Bilder – so schön, dass Stuart Slicer sich bei einer Wohltätigkeits-Auktion ein riesiges Wandgemälde davon kaufte. Es ist so groß, dass es noch nicht mal durch seine Tür passte und umständlich ins Haus gehievt wurde. (The Sun)

Blöd nur, dass er genau dieses Motiv auch im realen Leben sehen kann – wenn er aus dem Fenster schaut.