Bild: Uni Stanford

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Eine neue Software erkennt auf Fotos, ob jemand schwul ist

08.09.2017, 17:00 · Aktualisiert: 09.09.2017, 08:33

Gefährlich oder unvermeidlich?

Computer können die sexuelle Orientierung eines Menschen erkennen. Das haben Wissenschafter der Universität Stanford nun herausgefunden. Für eine Studie haben sie ein Programm mit mehr als 35.000 Fotos von knapp 15.000 Mitgliedern einer Dating-Plattform gefüttert.

Das Programm sollte die Gesichtszüge erkennen – und versuchen, die sexuelle Neigung der jeweiligen Person abzuleiten. Der Software wurden dazu Vergleichsbilder von Menschen gezeigt, die ihre sexuelle Orientierung offen angaben. Ob sie hetero- oder homosexuell sind, hatten die Nutzer der Dating-Plattform im Profil vermerkt.

Das Ergebnis: Das Programm kann mit hoher Trefferquote erkennen, ob jemand hetero- oder homosexuell ist.

Das geht allerdings nur, wenn es Vergleichsfotos hat: 

  • Lagen dem Computer fünf Gesichtsbilder pro Person vor, konnte er bei den Männern in 91 Prozent der Fälle die Sexualität richtig erraten. Bei Frauen lag die Erfolgsquote bei 83 Prozent.
  • Mit nur einem Foto waren die Quoten ebenfalls hoch, bei den Männern lag sie bei 81 Prozent, bei den Frauen bei 71 Prozent.
  • Menschen schnitten im Vergleich schlechter ab: Sie errieten bei Einzelfotos nur bei 61 Prozent der Männer und 54 Prozent der Frauen die richtige Sexualität.

Wie kommt der Computer auf die Zuordnung zu sexuellen Orientierungen? 

Die Forscher machen es sich sehr einfach. Sie geben als Hauptgrund ein Klischee an: Homosexuelle Männer hätten mehr feminine Züge, also etwa schmälerer Kiefer und längere Nasen. Homosexuelle Frauen würden umgekehrt öfter maskulinere Züge haben. Dafür greifen die Forscher auf eine Theorie zurück, dass Hormone schon vor der Geburt Ausschlag über die sexuelle Neigung geben – und somit auch Auswirkung auf Gesichtszüge haben.

Die wichtigste Erkenntnis also: Die Verbindung von Gesichtsmerkmalen und sexueller Orientierung legt laut der Forscher nahe, dass die Unterschiede angeboren sind und sich nicht erst durch Sozialisation entwickeln.

Die Software ist nicht harmlos, schreiben die Forscher in einem Begleitbrief.

In vielen Ländern werden Homosexuelle verfolgt oder ausgegrenzt. Lässt sich ihre Sexualität bereits am Social-Media-Profilfoto ablesen, wird das gefährlich. Auch sonst ist das Wissen der Software gefährlich: Wenn ein Computer Personen schon "an der Nasenspitze" zuordnen kann, ist das ein Eindringen in ihre Privatsphäre.


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