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"Ungeheuerliches sexuelles Fehlverhalten": New York klagt Weinstein an

12.02.2018, 10:11

Neue Vorwürfe gegen den Hollywood-Produzenten und seine Ex-Firma

Der Staat New York verklagt den Hollywood-Produzenten Weinstein und dessen früheres Unternehmen. Die Vorwürfe: Verletzung der Bürgerrechte, Menschenrechte und des Arbeitsrechts.

Weinsteins frühere Firma habe es nicht geschafft, Angestellte vor "unablässiger sexueller Belästigung, Einschüchterung und Diskriminierung" durch Weinstein zu schützen, heißt es in der Anklage. (SPIEGEL ONLINE)

Warum ist das wichtig?

  • Im vergangenen Oktober hatten der "New Yorker" und die "New York Times" Recherchen veröffentlicht, in denen Weinstein sexuelle Übergriffe und Belästigungen vorgeworfen werden.
  • Weinstein war zu dem Zeitpunkt ein erfolgreicher Filmproduzent, viele weibliche Hollywood-Stars wurden durch seine Filme bekannt.

Aus den Vorwürfen entwickelte sich die "MeToo"-Debatte. Seit Monaten diskutieren Frauen und Männer über einen neuen Umgang bei Übergriffen und Sexismus. Weinstein selbst wurde von seiner Firma gefeuert, in Hollywood spielt er keine Rolle mehr.

Zahlreiche Frauen, darunter Schauspielerinnen wie Salma Hayek, Ashley Judd, Gwyneth Paltrow, Angelina Jolie, Rose McGowan und Mira Sorvino haben Weinstein öffentlich sexuelle Übergriffe und Einschüchterungen vorgeworfen.

Wie geht es weiter?

New Yorker Staatsanwälte hatten vier Monate lang ermittelt – nun haben sie nach eigenen Angaben "neues und ungeheuerliches" sexuelles Fehlverhalten. Außerdem gebe es Vorwürfe gegen Weinsteins "bösartige und ausbeuterische Misshandlung" von Mitarbeitern.

  • So soll er einigen Angestellten gesagt haben: "Ich werde dich töten", "Ich werde deine Familie töten", "Du weißt nicht, was ich tun kann".
  • Er habe Beziehungen zu mächtigen Menschen, die "sich um Probleme kümmern könnten".

All das klingt, als ob Weinstein ein langer Prozess bevorsteht – und den Frauen, die gegen ihn ausgesagt haben, nun zugehört wird.


Fühlen

Sexuelle Übergriffe: Fünf Männer erzählen, wann sie zu weit gegangen sind

12.02.2018, 09:50 · Aktualisiert: 13.02.2018, 14:38

"Ich wollte nie einer Frau schaden, habe das aber offenbar getan"

Aufdringliche Blicke, unangenehme Kommentare, fremde Hände am eigenen Körper: Extrem viele Frauen haben unter dem Hashtag #MeToo erzählt, wie sie sich belästigt, bedrängt, bedroht gefühlt haben. 

Ihre Geschichten haben auch Fragen aufgeworfen: Wann ist eine Grenze überschritten? Woran erkennen wir es? Wie müssen wir unseren Umgang verändern? 

Antworten darauf zu finden, ist nicht immer leicht. Besonders für Männer, die Hauptbeschuldigten in dieser Debatte. Damit sind sie auch in der Verantwortung, das eigene Verhalten zumindest zu hinterfragen – selbst wenn sie sich kein Fehlverhalten vorzuwerfen haben.

Manche Männer haben erst durch die MeToo-Debatte gemerkt: Ich habe mich auch nicht immer richtig verhalten.

Fünf von ihnen haben uns ihre Geschichten erzählt: