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Ein Ex-Mitarbeiter verklagt Google – weil dort angeblich Männer diskriminiert werden

09.01.2018, 08:31

Bis letztes Jahr arbeitete James Damor noch als Software-Entwickler bei Google. Aber neben Zahlen und Codes beschäftigten ihn auf der Arbeit noch ganz andere Dinge. Die Personalpolitik seines Arbeitgebers beispielsweise – unter anderem die Förderung von Frauen in technischen Berufen.

In einem Google-internen Dokument erklärte der Software-Entwickler, warum es naturgemäß mehr Männer in der Tech-Branche gebe – nämlich aus biologischen Gründen. Männer verfügten über "natürliche Fähigkeiten", die sie zu besseren Codern machen, so der Autor.

Frauen seien für höhere Posten oft nicht widerstandsfähig genug, dafür "offener gegenüber Gefühlen und gegenüber Ästhetik", weshalb sie Arbeit in sozialen oder künstlerischen Branchen vorzögen. Aus diesem Grund sei es falsch, zu versuchen, mehr Frauen über Quoten in technische Berufe zu locken. Genau das warf Damor seinem ehemaligen Arbeitgeber vor.

Er schrieb: "Wir müssen aufhören, anzunehmen, dass die Kluft zwischen den Geschlechtern Sexismus impliziert." (bento)

Google feuerte den Mitarbeiter daraufhin. Jetzt verklagt Damor den Konzern.

Seine Vorwürfe: Er und andere würden diskriminiert, weil sie Männer seien und kaukasischer Herkunft.

  • Außerdem würde Google Mitarbeiter mit "konservativen politischen Ansichten" nicht ausreichend schützen – auch Trump-Anhänger. Sie würden öffentlich bedroht und geächtet.
  • Der Konzern bediene sich zudem illegaler Quoten bei der Einstellung von Mitarbeitern. (BBC)

Damor ist nicht allein mit seiner Anklage, sondern hat sie mit seinem Kollegen David Gudeman gestellt. Das Memo aus dem vergangenen Jahr hatte eine Debatte über Meinungsfreiheit am Arbeitsplatz losgetreten. Google CEO Sundar Pichai sagte daraufhin, das Dokument verletze Teile der Google-Verhaltensregen.

Auch eine Gruppe von Frauen hat den US-Konzern verklagt – wegen niedrigerer Löhne im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen. (BBC, bento)


Gerechtigkeit

Alle müssen mal ein KZ besuchen? Super Idee!

08.01.2018, 18:15 · Aktualisiert: 10.01.2018, 15:29

Eine Politikerin schlägt vor, dass alle Menschen in Deutschland mindestens einmal im Leben ein ehemaliges Konzentrationslager besichtigen. Klingt gut, aber empört viele. Zu Unrecht.

"Das geht doch nicht", "Wieso soll man Menschen zu so etwas zwingen?", "Der Nanny-Staat macht wieder Vorschriften!": Solche Sätze füllen die Kommentarspalten. 

Dabei ist der Vorschlag doch vor allem eins: eine gute Idee! Und die würde ich nicht verbieten, nur weil sich manche Leute bevormundet fühlen.