Today

Polizei räumt G20-Protestcamp bei Hamburg – um "Schlafzelte" zu verhindern

02.07.2017, 23:00 · Aktualisiert: 02.07.2017, 23:11

Am Donnerstag reisen Staats- und Regierungschefs zum G20-Gipfel nach Hamburg. Schon jetzt kommen die Gegendemonstranten – sie wollen sich in Protestcamps auf den Gipfel vorbereiten und Gegendemos planen.

Eigentlich soll alles möglichst entspannt laufen – doch nun gibt es ersten Ärger mit der Polizei.

  • Am Sonntag hatte die Hamburger Polizei den Aufbau eines Protestcamps im Elbpark Entenwerder blockiert. 
  • Hunderte Aktivisten standen zunächst am Mittag Dutzenden Polizisten gegenüber, die ihnen den Zutritt zum Park verwehrten.
  • Am Abend wurde das Camp dann kurzfristig freigegeben – aber mit der Auflage, dass keiner übernachten dürfe.
  • Nach Sonnenuntergang gingen mehrere Hundert Polizisten gegen die Demonstranten vor Ort vor, um trotzdem aufgebaute Schlafzelte wieder zu entfernen. Aktivisten berichten vom Einsatz von Reizgas.

Das Problem: Das Camp war eigentlich vom Hamburger Verwaltungsgericht genehmigt worden – die Aktivisten sprechen von Polizeiwillkür.

Hier senden Demonstranten vor Ort einen Live-Stream auf Periscope.

Jürgen ist einer der Aktivisten in Entenwerder. Er lehnt an einem Musikwagen mit der Aufschrift "We are here and we will camp". Er sagt zu bento, die Polizei setze sich über den Gerichtsbeschluss hinweg.

"Sie sagten uns, es sei nur die Hälfte der Fläche zugelassen, und das ohne Schlafmöglichkeiten."

Laut Polizei ist den Demonstranten das Areal auf Entenwerder jedoch nur zugewiesen worden, um darauf zu demonstrieren –  aber nicht zum übernachten.

So war die Lage in Entenwerder am Nachmittag:

Katharina Schmidt
Marlene Borchardt
Katharina Schmidt
Katharina Schmidt
1/12

Kathrin, eine andere Aktivistin sagt: "Das ist echt traurig, was hier passiert, ich dachte wir leben hier in einem Rechtsstaat, aber anscheinend nicht." Die Polizei gebe ihr das Gefühl, eine Kriminelle zu sein – allein, weil sie an einer linken Demo teilnimmt. 

Die Polizei selbst sieht das anders. Sie müsse den G20-Gipfel vor gewaltbereiten Extremisten schützen. Das Protestcamp werde vor Ort nicht verhindert, sagt ein Polizeisprecher am Nachmittag zu bento. 

Es habe es "Koordinationsgespräche" mit den Veranstaltern gegeben. Auch auf eine neue Entscheidung vom Verwaltungsgericht sei gewartet worden. Wann die kommt, ist jedoch offen.

(Bild: Katharina Schmidt)

Die Aktivisten vor Ort hatten ihre Zelte am Nachmittag auf der Straße aufgeschlagen – vor dem blockierten Park.

"Wir vermuten, dass die Polizei darauf wartet, dass es eskaliert", sagt einer der Beteiligten zu bento, "um einen Grund zu haben, das Ganze abzusagen." 

Bis zum Sonntagabend waren circa 300 Menschen vor Ort, viele von ihnen wollen über Nacht in Entenwerder bleiben. Die meisten sind aus ganz Deutschland angereist und wollen die ganze Woche in Hamburg demonstrieren. 

Am Sonntagabend gegen 20.30 Uhr erlaubte die Polizei den Demonstranten schließlich, das Parkgelände zu betreten. Aber ohne "Küchen- und Schlafzelte".

(Bild: Katharina Schmidt)

Als nach Einbruch der Dunkelheit immer noch Aktivisten mit ihren Zelten vor Ort waren, begann die Polizei mit der Räumung. Nach Angaben von Beobachtern setzte sie dabei unter anderem Reizgas ein:


Fühlen

Liebe für alle! Marcs Lieblingsgeschichten der Woche

02.07.2017, 20:15 · Aktualisiert: 02.07.2017, 20:18

Jede Woche stellt ein Mitglied der bento-Redaktion seine persönlichen Highlights vor. Dieses Mal: Marc

Wenn ich an die vergangene Woche zurückdenke, dann bleibt eigentlich nur ein Ereignis im Kopf: Die Ehe für alle wurde genehmigt! In der Redaktion haben wir die Debatte im Bundestag live verfolgt. Der letzte Termin, bei dem zuvor alle gebannt um den Fernseher standen, war die US-Wahl im vergangenen November gewesen.

Dieses Mal gab es danach keine langen Gesichter – sondern dieses Video: