Bild: dpa/Boris Rössler

Today

G20-Razzia: Polizei durchsucht Wohnungen in sechs Bundesländern

05.12.2017, 12:22

Im Zusammenhang mit Krawallen beim G20-Gipfel in Hamburg haben Polizisten am Dienstagmorgen eine großangelegte Razzia in mehreren Bundesländern gestartet. Beamte unter Führung der Hamburger Sonderkommission (Soko) "Schwarzer Block" durchsuchten nach SPIEGEL-Informationen insgesamt mehr als 20 Objekte.

Betroffen sind Hamburg, Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen.

Wonach suchen die Ermittler?

Bei der Aktion geht es darum, Datenträger und Kommunikationsmittel sicherzustellen, wie aus Polizeikreisen verlautete. Sie sollen dazu beitragen, die Geschehnisse rund um die Eskalation in der Straße Rondenbarg aufzuklären. Am Morgen des 7. Juli war dort eine Gruppe aus etwa 200 Gipfelgegnern mit der Staatsmacht aneinandergeraten.

Ein Polizeivideo zeigt, wie aus dem Pulk Steine und Böller flogen. Daraufhin griffen die Beamten ein.

Was passierte bislang?

Nach dem Vorfall leitete die Staatsanwaltschaft etwa 60 Strafverfahren gegen mutmaßliche Randalierer ein, die Ermittlungen führt das Hamburger Landeskriminalamt. In den meisten Fällen geht es um den Vorwurf des Landfriedensbruchs. Der wohl prominenteste Beschuldigte ist der 18-jährige Italiener Fabio V., der mehrere Monate in U-Haft saß und unlängst gegen Kaution freikam. Sein Prozess vor dem Amtsgericht Altona begann im Oktober.

Hier erklären wir den Fall:

Die Vorfälle am Rondenbarg lösten auch eine Debatte um die Frage aus, ob die Polizei überhart vorging. Im Polizeivideo ist zu sehen, wie ein Beamter einen Demonstranten im Vorbeigehen unvermittelt schlägt. Bei der Flucht vor den Polizisten stürzten 14 Aktivisten von einem Gerüst und verletzten sich zum Teil schwer.

Wie geht es jetzt weiter?

Die Soko erhofft sich von den Durchsuchungen nun Beweise, die über die Erkenntnisse aus dem Polizeivideo hinausgehen. Die Ermittlungsgruppe war kurz nach Ende des Gipfels eingerichtet worden. Bisher ist bekannt, dass sie etwa 25.000 Einzelvideos von Polizisten auswertet, darüber hinaus 7000 Dateien von Augenzeugen und mehr als 100 Festplatten aus öffentlichen Verkehrsmitteln.

Am Dienstagmittag wollen sich Soko-Leiter Jan Hieber und Hamburgs Polizeichef Ralf Martin Meyer auf einer Pressekonferenz zu den Durchsuchungen äußern.

Während des Gipfels war der Hamburger Polizei zeitweise die Kontrolle entglitten, sie konnte Randalierer nicht mehr stoppen. Nach Behördenangaben sollen etwa 5000 Gipfelgegner Gewalttaten begangen haben. In der Hamburger Bürgerschaft nahm im August ein Sonderausschuss die Arbeit auf.

Er will Ursachen und Hintergründe der Ausschreitungen aufklären.

Dieser Text ist zuerst auf SPIEGEL ONLINE erschienen.


Style

Protest gegen Primark: Kunden sollen Kleider gleich wieder wegwerfen

05.12.2017, 11:37 · Aktualisiert: 05.12.2017, 12:32

Wenn die umstrittene Billig-Kleiderkette Primark am Dienstag ihre erste Filiale auf der bekannten Stuttgarter Einkaufsmeile Königstraße eröffnet, werden Freunde und Gegner des Textildiscounters aufeinandertreffen.

Primark-Fans verabreden sich seit Tagen auf sozialen Netzwerken wie Facebook – und hoffen, nach Ladenöffnung um 10 Uhr unter den ersten Kunden zu sein, die für wenig Geld Primark-Kleidung ergattern.