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Foto des Tages: Die Frau auf dem Räumpanzer

07.07.2017, 16:56 · Aktualisiert: 12.07.2017, 07:35

Die Polizei setzt in Hamburg neben Wasserwerfern auch Räumpanzer ein, um die G20-Proteste in den Griff zu bekommen.

Die Polizei nennt sie "Sonderwagen". Solche hier:

(Bild: dpa / Daniel Reinhardt)

Eine Demonstrantin ist am Freitag in Hamburg am Gorch-Fock-Wall auf einen solchen Räumpanzer geklettert.

(Bild: dpa / Boris Roessle)

Also schnell vorbei an den behelmten Polizisten. Als Beamte die Frau bemerkten, zogen sie Pfefferspray und zielten:

(Bild: dpa / Boris Roessler)

"Pfeffer" ist das Spray aber nur dem Namen nach – tatsächlich ist Pfefferspray ein gefährlicher Kampfstoff.

(Bild: dpa / Boris Roessler)

So gefährlich, dass ihn Soldaten nicht benutzen dürfen. Auch Tests an Tieren sind verboten.

Aber gegen Demonstranten setzt die Polizei das Reizmittel regelmäßig ein.

(Bild: dpa / Boris Roessler)

Wer so eine Packung abkriegt, kann nicht mehr richtig sehen und bekommt kaum noch Luft. Panik, keine Orientierung und ein Schock können die Folge sein.

(Bild: dpa / Boris Roessler)

Wahrscheinlich erging es auch der Panzer-Kletterin so. Nach kurzer Zeit saß sie mit zugeschwollenem, roten Gesicht auf der Motorhaube.

(Bild: dpa / Boris Roessler)

Polizisten holten die Frau vom Wagen herunter.

Das ist mein Foto des Tages.

Denn für eine solche Aktion braucht es mehr Mut, als im Dunkeln irgendwelche Scheiben einzuschmeißen oder sinnlos Autos abzufackeln.

Update, 11. Juli

Wir haben "Heldin des Tages" zu "Foto des Tages" geändert.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung stand die Polizei in der Kritik: Weil sie ein eigentlich bereits genehmigtes Zeltlager eigenmächtig so lange verhindert hatte, bis sich ein Gericht schließlich doch noch der Polizeimeinung anschloss. Weil sie die “Welcome to hell”-Demonstration am Donnerstag vorsorglich auseinandernahm.

Während des G20-Gipfels war die Innenstadt Sperrgebiet, eine Sonderzone voller Polizei, Widerspruch unerwünscht. Der Staat hatte ein riesiges Aufgebot aufgefahren. Nicht bloß gegen militante G20-Gegner, sondern gegen jeden Protest, schon Tage vorher: jede Nacht Hubschrauber, an jeder Ecke Streifenwagen.

Alles für ein Treffen des Clubs der reichen Länder, das man auch irgendwo auf einer Insel hätte abhalten können. Irgendwo ohne Menschen, wenn Protest doch ohnehin nicht vorgesehen ist. In Hamburg reichten schon zwei Dutzend Demonstranten und es kamen Wasserwerfer.

So hatte jeder friedliche Protest gegen G20 etwas heldenhaftes. Die Frau auf dem Panzer am Freitagvormittag, das war das stärkste Bild. Sie gefährdet sich selbst, nicht andere, und sie trägt die Konsequenzen. So kam es zur "Heldin", auch wenn der Begriff an dieser Stelle nicht passt.

In der Nacht von Freitag auf Samstag kam es dann zu Krawallen – und nun wirkt das Wort erst recht merkwürdig. Wir können die Kritik daran nachvollziehen – zum Teil, denn diesen gewaltfreien Protest mit den Schanzen-Krawallen viele Stunden später und mehrere Straßenblöcke weiter gleichzusetzen, ist Unsinn. Und nur, weil militante G20-Gegner Polizisten angegriffen haben, ist nicht jeder Polizeieinsatz unangreifbar.


Retro

Sesamstraße trifft Beastie Boys - das Ergebnis ist ein geniales Mashup

07.07.2017, 16:45

Sie waren die Helden unserer Kindheit - und sie vielleicht ja auch: Die Rede ist von der Sesamstraße und den Beastie Boys. Letztere gehörten fest zu den Neunzigern und haben den Hip-Hop geprägt. Die Sesamstraße war dagegen schon immer genial, egal ob vor 30 Jahren oder noch heute.

Ein junger Videokünstler aus den USA wusste jetzt, was noch besser ist als zwei gute Erinnerungen an unsere Kindheit: Zwei gute Erinnerungen in einem Video! In seinem Mash-Up läuft "Sabotage" von den Beastie Boys zu (richtig) alten Schnipseln aus der Sesamstraße. Dabei kommen alle Helden der Serie vor: Bibo, das Krümelmonster, Oscar, Supergrobi - und natürlich Ernie und Bert.

So sieht das Ergebnis aus: