Bild: dpa / Oliver Krato

10.01.2018, 18:10 · Aktualisiert: 11.01.2018, 07:04

Am Sonntagabend hatte ein Unbekannter auf Deniz Naki geschossen. Der deutsch-kurdische Fußballer fuhr da gerade mit dem Auto über die A4, die Kugeln trafen zum Glück nur seinen Wagen und nicht ihn. (bento)

Naki blieb unverletzt. Sicher fühlt er sich aber seitdem nicht. Das liegt unter anderem an der Reaktion der Polizei.

In einem Interview mit der Deutschen Welle erzählt Naki jetzt, dass er nach dem Angriff neun Stunden von der Polizei vernommen wurde – ohne Anwalt. Sieben Stunden davon ging es um politische Verbindungen: Welche Partei er bei der Wahl in der Türkei gewählt habe, ob Nähe zur PKK bestünde. Er sagt:

"Obwohl ich konkret nach juristischem Beistand gefragt habe, wurde dieser Forderung keine Berücksichtigung geschenkt."

Auch sein Vater, Bruder und ein Freund seien von der Polizei vernommen worden. Andere Freunde sollen noch vernommen werden. Sein Handy wurde beschlagnahmt. Nichts davon habe die Polizei begründet.

Naki hatte schon kurz nach dem Angriff vermutet, dass türkisch-nationalistische Gruppen dahinter stecken könnten. (bento)

Der Ex-Fußballer ist als Sohn türkisch-kurdischer Eltern in Düren bei Köln geboren. Er gilt als Kritiker der türkischen Regierung und ihres Einsatzes in den kurdischen Gebieten des Landes. Dort geht das türkische Militär seit dem Scheitern eines Waffenstillstands im Sommer 2015 gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vor. Die PKK wiederum verübt immer wieder Anschläge. (SPIEGEL ONLINE)

Derzeit spielt Naki für den kurdischen Fußballverein Amed SK aus Diyarbakir, der in der türkischen dritten Liga antritt. Im April 2017 hatte ein türkisches Gericht Naki wegen vermeintlicher "Terrorpropaganda" zu einer 18-monatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt.

Mehr zu dem Angriff auf Deniz Naki:

Ein Abgeordneter der türkischen Partei HDP habe vor kurzem über mutmaßliche Attentate des türkischen Geheimdienst MIT auf Oppositionelle in Europa berichtet, so Naki. Die HDP setzt sich für die kurdische Minderheit ein.

In Deutschland habe er bislang keine Probleme gehabt, erzählt der Fußballer im Interview. Zwar habe er auch damals, während des Verfahrens in der Türkei, Drohungen aus Deutschland über Facebook bekommen. "Aber die Drohungen habe ich nicht ernst genommen."

Ich bin kein Politiker, ich bin ein Fußballspieler und Sportler.
Deniz Naki

Gegen das Urteil wehrt er sich auch jetzt. Man habe ihn immer wieder als jemanden dargestellt, der zu Gewalt und Terror aufrufe. Tatsächlich setze er sich für ein friedliches Miteinander und Toleranz ein.

Ob er zurück in die Türkei fliegen wird, ist noch unklar:

"In den Medien - auch in den türkischen - wird ja gerade hoch und runter geschrieben. Ich bin jetzt wieder eine Zielscheibe geworden und weiß nicht, wie die Menschen in der Türkei reagieren werden. Ich muss in den nächsten Wochen schauen, was passiert."

Gerechtigkeit

New York schreibt Wickeltische in öffentlichen Toiletten vor – auch bei Männern

10.01.2018, 18:04 · Aktualisiert: 10.01.2018, 18:13

In New York müssen öffentliche Toiletten künftig mit Wickeltischen ausgestattet werden. Bisher sind Wickeltische meist in Frauen-Toiletten anzufinden. Bei den Männern hingegen – Fehlanzeige. Das ändert sich nun. Am Dienstag hat Bürgermeister Bill de Blasio ein entsprechendes Gesetz unterschrieben. In 180 Tagen tritt es in Kraft. (WPIX)