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Deutsche Fans zeigen Reichskriegsflagge in Frankreich

13.06.2016, 07:58

In der französischen Stadt Lille sind vor dem EM-Spiel am Sonntagabend rund 50 Hooligans aus Deutschland auf ukrainische Fans losgegangen. Nach Angaben der Polizei wurden zwei ukrainische Fans verletzt (Sport1).

Zuvor hatte sich eine Gruppe Fans aus Deutschland mit der Reichskriegsflagge fotografiert. Die Flagge aus der Zeit des Deutschen Reiches ist zwar nicht verboten, wird aber schon lange von Rechtsextremen verwendet.

Als "Kategorie C" bezeichnet die Polizei Fußballfans, die auch ohne Alkohol auf Gewalt aus sind. Ulrich Wolf von der "Sächsischen Zeitung" erkennt hier Anhänger der Fangruppierung "Faust des Ostens".

Darauf deutet auch der Schal "Dresden Ost" hin. "FdO" besteht aus Anhängern von Dynamo Dresden. Die Gruppierung gilt als rechtsextrem, seit 2012 gehen Behörden gegen Anführer der "FdO" vor. Wenn die Hooligans nicht gerade die Reichskriegsflagge im Ausland schwenken, sind sie auf Pegida- und Legida-Demonstrationen anzutreffen (Sächsische Zeitung, taz, Neues Deutschland).

So erlebte SPIEGEL-Reporter Rafael Buschmann die Situation:

Gegen 17.30 Uhr eskalierte die Situation. Etwa drei Dutzend deutsche Hooligans griffen auf einem der Hauptplätze Lilles, dem Place Charles de Gaulle, eine Gruppe friedlich feiernder ukrainischer Fans an. Zunächst warfen die Hooligans mit Pyrotechnik, später rannten sie völlig enthemmt in die Gruppe der sitzenden ukrainischen Fans, traten und schlugen auf alle ein, die nicht schnell genug weglaufen konnten. Die Ukrainer versuchten, durch eine schmale Seitengasse zu flüchten, was nicht jedem gelang.

Rund 150 polizeibekannte Gewalttäter aus Deutschland sollen in Lille gewesen sein. Insgesamt waren rund 20.000 Fans der deutschen Mannschaft angereist (SPIEGEL ONLINE).


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