Bild: dpa/Daniel Bockwoldt

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Die AfD hat im Fußball nichts zu suchen

29.01.2018, 13:47 · Aktualisiert: 29.01.2018, 13:57

Weiter so, Eintracht und HSV!

Eintracht Frankfurt macht es vor. Präsident Peter Fischer sprach sich auf der Mitgliederversammlung am Sonntag kritisch gegenüber AfD-Mitglieder in den eigenen Reihen aus.

Der Streit zwischen Fischer und der AfD hatte schon im vergangene Jahr begonnen. Die "braune Brut" habe in der Eintracht nichts verloren, sagte der Präsident damals dem Hessischen Rundfunk. Dass er nun auf der Mitgliederversammlung nicht von seiner Position abrückte und klare Worte fand, könnte auch ausschlaggebend für seine Wiederwahl gewesen sein.

Seine Rede bekamen jedenfalls auffallend viel Applaus. Damit tritt Fischer seine sechste Amtszeit als Präsident der Eintracht an.d

Hier kannst du dir die Rede von Peter Fischer anschauen:

Doch die Eintracht ist nicht der einzige Bundesligist, der gegen die AfD Stellung bezog. Der langjährige Chef des HSV-Seniorenrats, Peter Gottschalk, stellte für die kommende Mitgliederversammlung am 18. Februar einen ähnlichen Antrag.

"Die Mitgliederversammlung fordert das Präsidium auf dafür zu sorgen, dass kein AfD-Mitglieder oder gleichgesinnte Personen nicht Mitglied im Hamburger-Sport-Verein e.V. werden oder der HSV Fußball AG angehören. Kein Platz für Rassismus! Toleranz und Solidarität sind Werte, die innerhalb jeder Sportart zählen."

Mit diesen Worten stellt sich Gottschalk klar gegen die AfD (SPIEGEL ONLINE).

Solche Sätze zaubern mir immer ein Lächeln aufs Gesicht. Auch ich bin der Meinung: Die AfD im Fußball nichts zu suchen.

Aber, wer diese Worte betrachtet, dem fällt auch auf: Gottschalk fordert Toleranz und ist dabei selber intolerant.

Schließlich ist es doch so: Menschen auszuschließen, weil sie anders denken (ja, auch wenn es rechte Gedanken sind) ist genau das, was die AfD auch tut. Auch sie schließt andere Menschen aus, weil sie in ihren Augen anders sind.

Sind die AfD und Gottschalk also gar nicht so unterschiedlich mit ihrer Auffassung von Toleranz? Nein, natürlich ist es nicht so einfach.

Der Umgang mit Rechten, gekoppelt mit Toleranz, ist ein verzwicktes Thema. Eine klare Unterscheidung zu treffen ist nicht leicht.

  • Einerseits: Die Vorstellungen der AfD fangen dort an, wo für viele Toleranz endet. Wenn sich diese Partei intolerant gegenüber einer freien und offenen Gesellschaft verhält, warum ihr dann mit Toleranz begegnen? Ihre Intoleranz stellt sie von alleine in die rechte Ecke. Und da sollen sie auch bleiben.
  • Andererseits: Die Meinung der AfD zu tolerieren heißt ja nicht, dass ich ihr zustimmen muss. Vielleicht müssen wir doch "mit Rechten reden"?

AfD-Politiker ticken anders, aber trotzdem haben sie das Recht zu Teilnahme an unserer Gesellschaft. Wir leben nun mal in einer Demokratie. Ein Teil dieser Gesellschaft hat sie gewählt.

Über die FDP kann ich auch nur den Kopf schütteln. Ihre Mitglieder ihrer Partei aus einem Sportverein zu schmeißen, ginge aber zu weit. Demnach müssten wir die AfD leider im Fußballstadion tolerieren. Das wäre im Sinne einer Demokratie.

Ähnlich sieht das auch die hessische Sparte der AfD: Peter Fischer von der Eintracht habe sich mit seinen Äußerungen in ein "demokratisches Abseits" begeben, heißt es in einer Pressemitteilung (AfD).

  • Aber: Das Gute an der Demokratie ist ja, dass man andere aushalten muss – nicht, dass man mit ihnen befreundet sein muss.

Entsprechend jubelt mein Herz, wenn der HSV den Rechten der AfD nun harte Kante zeigt. Meiner Meinung nach hat diese Partei nichts in der deutschen Politik und auch nichts im Sport zu suchen. Wer den Holocaust relativiert, der hat keine Ahnung von deutscher Geschichte und den Bezug zur Realität verloren.

Außerdem: Der HSV ist ein privater Verein. Er darf machen was er will. Wenn er die AfD aus ihren Reihen schmeißen und den Rechten damit zeigen will, wie er zu ihnen stehen: sehr gerne. Der Bundestag muss vielleicht auf die AfD eingehen, ein privater Verein zum Glück nicht.

Die AfD äußerte sich übrigens im Streit folgendermaßen: "Sportvereine sind kein Ort für parteipolitische Bekenntnisse und Stadien kein Ort für politische Auseinandersetzungen" und "Fußball sollte die schönste Nebensache der Welt bleiben" (AfD).

Und genau damit schießt sie sich sprichwörtlich ein Eigentor: Denn es war doch die AfD selbst, die damit anfing, Politik und Fußball miteinander miteinander zu vermischen.

Wenn Alexander Gauland sich rassistisch über Nationalspieler Boateng auslässt (bento), dann darf sich die AfD über eine entsprechende Antwort der Vereine nicht wundern.


Trip

Kambodscha-Touristen wegen "pornografischen Tänzen" angeklagt

29.01.2018, 10:57 · Aktualisiert: 29.01.2018, 20:57

Der örtlichen Polizei waren die Moves zu dirrrty: In Kambodscha sind insgesamt 87 Ausländer festgenommen, die bei einer privaten Party "pornografische Tänze" aufgeführt haben sollen. Die meisten kamen mit einer Verwarnung davon, gegen zehn wurde jedoch Anklage erhoben. (Khmer Times)

Der Vorfall soll sich in der Nähe der berühmten Tempelanlage Angkor Wat in Siem Reap ereignet haben. Die Polizei wurde auf die Touris aufmerksam, weil im Netz Fotos der Party kursierten. Auf ihnen sieht man Menschen, die übereinander liegen. Einige sind oberkörperfrei.