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Bild: Reuters / TT

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Eagles of Death Metal: "Ich empfinde so viel Schuld für diesen Abend"

14.02.2016, 13:25 · Aktualisiert: 12.04.2016, 14:27

Samstagabend hat die Band ihre Europatournee in Stockholm fortgesetzt.

Vor drei Monaten hatten sich rund 1500 Fans im Pariser Bataclan versammelt, sie tanzten, sangen, sprangen zur Musik der Eagles of Death Metal, dann stürmten Terroristen den Konzertsaal. 89 Menschen starben in der Nacht im Bataclan.

Samstagabend haben die Eagles of Death Metal ihre Europatournee in Stockholm fortgesetzt. Sie spielten im Debaser, ein Club im angesagten Viertel Södermalm. Das Konzert war ursprünglich für November 2015 angesetzt, nach den Anschlägen in Paris ist es ausgefallen.

Eagles of Death Metal im "Vice"-Interview

Schon kurz nach den Anschlägen im November hatte Frontsänger Jesse Hughes mit der "Vice" über den Abend gesprochen, immer wieder stockte er in dem Gespräch, kämpfte mit den Tränen. Vor dem Konzert in Stockholm gab er nun erneut ein Interview, diesmal sprach er mit der schwedischen Zeitung "Dagens Nyheter", kurz vor dem Gespräch durchsuchte ein Sprengstoffspürhund den Raum. "Ich weiß nicht, wie ich mich fühle, wenn ich auf die Bühne gehe", sagte Jesse Hughes.

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Wer heute an die Anschläge von Paris denkt, denkt ans Bataclan und deswegen meist auch an die Eagles of Death Metal. Hughes sagt, die Umstände hätten ihn und seine Band ausgewählt, das Geschehen zu repräsentieren – ob sie wollen, oder nicht. Deswegen würden sie auch immer wieder erzählen, wie sie den Abend erlebt haben. Deswegen werde er auch auf jede Frage antworten. Das sei wichtig für die Menschen, sagte Hughes. "Gerade deswegen habe ich so eine Angst, dass ich jemanden während der Tournee enttäusche. Das darf ich nicht tun. Besonders nicht unsere Fans in Paris."

Und:

"Ich empfinde so viel Schuld für diesen Abend, auch wenn ich weiß, dass es nicht mein Fehler war. Ich habe zugesehen, wie so viele fantastische junge Menschen vor meinen Augen gestorben sind. Sie starben während meiner Show."

Auf Stockholm folgen Konzerte in Oslo und am Dienstag dann Paris. Die Auftritte zuvor würden sie brauchen, um sich auf Frankreich vorzubereiten, sagte Jesse Hughes in dem Interview. "Wir müssen da irgendwie durch."

Schon an dem Abend der Anschläge habe er gewusst: Sie würden nach Paris zurückkommen, das Böse dürfe nicht gewinnen – und er müsse gemeinsam mit seinen Fans trauern dürfen. "Das ist ein lebenswichtiger Prozess für alle, die dabei waren – und für so viele mehr."

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