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24 Männer, 3 Frauen: Das ist Trumps Regierungsteam

10.01.2017, 17:11 · Aktualisiert: 10.01.2017, 20:12

Am 20. Januar wird Donald Trump als 45. US-Präsident vereidigt. Er trat mit dem Versprechen an, den "Polit-Sumpf auszutrocknen", also die Verbindungen zwischen Politik und Wirtschaft zu kappen. Sein Kabinett – also die Minister und Berater, die er mitbringt – besteht tatsächlich aus ziemlich wenigen erfahrenen Politikern. Dafür aber aus umso mehr Bankern und Managern. Auch Familienangehörige sind mit dabei.

Wir stellen die wichtigsten Personen vor.

Klick dich durch das Team von Donald Trump:

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The Trump Organization
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Was muss ich über das Kabinett wissen?

  • Unter den 27 bestätigten Posten sind drei Frauen. Das entspricht einem Anteil von etwa elf Prozent – im US-Schnitt sind 51 Prozent der Bevölkerung Frauen (CIA World Factbook).
  • Im Kabinett sind ein Schwarzer und eine Ministerin mit asiatischen Wurzeln vertreten. Nicht dabei sind Latinos.
  • Viele Neu-Politiker kommen aus der Wirtschaft und sind Multimillionäre. Alle Mitglieder verfügen zusammen über 14 Milliarden Dollar – das Kabinett ist das reichste der US-Geschichte ("Die Zeit").

Die elf wichtigsten Mitglieder im Check – und was wir von ihnen erwarten können:

1. Mike Pence – der Vize

  • Pence bringt politische Erfahrung mit sich – ist aber noch kein Washington-Berufspolitiker. Die vergangenen drei Jahre war der Gouverneur des US-Staates Indiana, davor saß er im US-Kongress. National blieb er dennoch eher unbekannt. Erst im Wahlkampf 2016 rückte der Republikaner in den Mittelpunkt. (Salon.com)
  • Pence ist erzkonservativ und machte mit einem absurden Indiana-Gesetz Stimmung gegen die LGBT-Community. Das Gesetz schützt Bäckereien und Restaurants, die keine gleichgeschlechtlichen Hochzeiten bewirten wollen. In den USA wurde es als diskriminierend aufgenommen ("Washington Post").

2. Rex Tillerson – der Außenminister

  • Erfahrungen als Diplomat: null. Erfahrung in der Wirtschaft: überdurchschnittlich viel. Tillerson arbeitete als Präsident des Mineralölkonzerns ExxonMobil. Mit dem Unternehmen hat er jetzt ein millionenschweres Rücktrittspaket verhandelt haben, das Interessenskonflikte mit seinem zukünftigen Job vermeiden soll. So soll er beispielsweise auf Bonuszahlungen von 4,1 Millionen Dollar verzichten ("Die Zeit").
  • Anders als unter Obama wird es unter Trump wohl wieder eine Annäherung an Russland geben. Dass Trumps Wahl auf Tillerson fiel, lässt sich als Beleg dafür werten. Tillerson pflegte enge Geschäftsbeziehungen in das Land.

3. Jared Kushner – der Chefberater

  • Jared Kushner ist der Ehemann von Ivanka Trump – und damit der Schwiegersohn des neuen Präsidenten. Dass der Immobilienmakler nun eine wichtige Rolle im Weißen Haus übernehmen soll, ist mit dem Gesetz nicht vereinbar: US-Präsidenten dürfen keine Verwandte auf Regierungsposten heben. Die Demokraten protestieren in einem Brief dagegen, Trumps Team wiegelte ab. Das Gesetz gelte nur für Minister, Kusher werde zudem ohne Lohn arbeiten ("New York Times"). Nun müssen Juristen entscheiden.
  • Aber es gibt auch etwas Gutes: Mit 36 Jahren liegt Kushner 24 Jahre unter dem Durchschnittsalter der Regierung.

4. Ryan Zinke – Innenminister

  • Anders als in Deutschland ist der Innenminister der USA nicht für Innere Sicherheit zuständig. Er verwaltet unter anderem ein Fünftel der öffentlichen Flächen. Bei Zinke trifft die Vorstellung nicht zu, dass jemand, der sich gern in der Natur aufhält, auch für Umweltschutz interessiert: Der zukünftige Innenminister studierte Geologie, ist leidenschaftlicher Jäger und Fischer. Er gilt aber ebenso als Klimaschutzskeptiker wie Trump und ist gegen die Subventionierung erneuerbarere Energien. ("Washington Post")

5. Nikki Haley – die Uno-Botschafterin

  • Mit 44 Jahren ist Haley eine der jüngsten im Kabinett, außerdem stammt sie aus einer Familie indischer Einwanderer. Im Wahlkampf hat sie mehrmals bekundet, "kein Fan" von Trump zu sein ("Washington Post"). Eigentlich ist sie also der komplette Gegenentwurf zum Trump-Team.
  • Für die Rolle als Uno-Botschafterin wird ihr viel abverlangt. Sie soll die USA vor allem im Sicherheitsrat vertreten – muss also mit Russland um eine Einigung in Syrien ringen. Kritiker sagen, dazu fehlt ihr die Erfahrung (Reuters).

6. Stephen Bannon – der Chefstratege

  • Bannon verantwortet die Nachrichtenseite "Breitbart News Network" – eine wichtige Plattform der Alt-Right-Bewegung – und machte daraus ein rechtspopulistisches Propaganda-Medium. Das lässt auch schon auf seinen Politikstil schließen. Er pflegt Kontakte zu Neonazis und äußert sich regelmäßig rassistisch, frauenfeindlich und antisemitisch. (SPIEGEL ONLINE)
  • 2012 gründete Bannon das Government Accountability Institute. Das Ziel der Recherche-Einrichtung: Vetternwirtschaft und Korruption aufdecken. ("Die Zeit")

Hier erfahrt ihr mehr über die Alt-Right:

7. Mike Flynn – der Berater für Nationale Sicherheit

  • Der 58-Jährige kommt aus der Armee. Er war unter anderem an den US-Einsätzen in Afghanistan und im Irak beteiligt, später war er Direktor des militärischen Nachrichtendienstes. Zugleich wird ihm eine große Nähe zu Russland nachgesagt, Flynn tritt regelmäßig beim russischen Kanal "Russia Today" auf.
  • Vielen gilt er allerdings als zu radikal: Flynn bezeichnet den Islam als "Krebsgeschwür" und spricht ihm ab, eine Religion zu sein. Den Anti-Terror-Krieg der USA bezeichnete er als "Weltkrieg gegen böse Menschen". Das ist seine umstrittene Rede:

8. James Mattis – der Verteidigungsminister

  • 44 Jahre diente Mattis der Marine, bis zum Jahr 2013. Damit ist er eigentlich nicht dazu berechtigt, Verteidigungsminister zu werden. Mindestens sieben Jahre muss ein Ex-Militär im Ruhestand sein. Also brauch der Senat eine Ausnahmegenehmigung – derzeit sieht es ganz danach aus, dass es sich lediglich um eine Formalie handelt (nytimes.com)
  • Mattis sammelte Erfahrungen als Kommandeur in Afghanistan – ein Genuss für ihn. Er überraschte 2005 mit der Aussage, dass es Spaß mache, Menschen zu erschießen: "Du gehst nach Afghanistan und findest dort Kerle vor, die Frauen seit fünf Jahren schlagen, weil sie keinen Schleier tragen", sagte er. "Du weißt, bei Jungs wie diesen bleibt sowieso keine Männlichkeit übrig. Also ist es eine Menge Spaß, sie zu erschießen." (elle.com)

9. Reince Priebus – der Stabschef

  • Stabschef klingt erst mal langweilig, ist aber nach dem Präsidenten der wichtigste Job in der Regierung. Priebus wird den Mitarbeiterstab von Trump leiten und entscheidet über den Besuch im Oval Office. Priebus selbst ist seit 2011 Parteichef der Republikaner – und gilt daher als wichtige liberale Brücke zwischen Hardliner Trump und den Republikanern im US-Kongress.
  • Leider steht er seinem Chef in Sachen Fakten-Biegen in nichts nach: Das US-Faktenportal Politico listet die meisten seiner Behauptungen als falsch auf. Nur in 15 Prozent der Fälle sagt er mehr oder weniger die Wahrheit.

10. Jeff Sessions – der Justizminister

  • Wenn es um Migration und Einwanderung geht, sind Sessions und Trump sich einig: Schon seit Jahren setzt sich der zukünftige Justizminister für Zäune an den Grenzen zu Mexiko ein. Ebenso sollen illegale Migranten ausgewiesen werden. Auch diese Ansicht teilt er mit Trump. (Washington Post)
  • Sessions soll dafür verantwortlich sein, dass Trump von einigen extremen Positionen abwich – etwa der Unterstützung Putins. Zunächst sollte Sessions Vize-Präsident werden. (Zeit Online)

11. Betsy DeVos – die Bildungsministerin

  • Eine der wenigen Frauen in Trumps Kabinett soll sich darum kümmern, in den USA die "Bildung auf Weltniveau" zu heben. Wie sie das schaffen will? Private Schulen sollen für Eltern attraktiver werden, indem sie Steuererleichterungen bekommen. DeVos selbst muss sich keine Gedanken um Finanzen machen, sie ist Milliardärin und stammt aus einer Unternehmerfamilie. (nytimes.com)

Quellen zum Weiterlesen:


Musik

Benedikt, wie ist es, in der Elbphilharmonie aufzutreten?

10.01.2017, 16:21 · Aktualisiert: 10.01.2017, 20:14

Wer seinen nächsten Besuch in Hamburg plant, für den steht ein Ziel wohl schon fest: die Aussichtsplattform auf der Hamburger Elbphilharmonie. Sehr lange warten muss, wer mehr als nur den Blick über den Hafen genießen und auch ein Konzert im großen Saal des Konzerthauses besuchen möchte: Die Karten für die erste Saison sind schon komplett ausverkauft, auch für die günstigeren einstündigen Schnupper-Konzerte.

Dieser Mann nimmt dort bald regelmäßig Platz: Benedikt Kany, 36, spielt Kontrabass im NDR Elbphilharmonie Orchester.