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Falsches "Fire and Fury"-Buch wird nach 9 Jahren zum Bestseller

09.01.2018, 18:18

Als "Fire and Fury" nach monatelanger Recherche endlich erschien, interessierte es niemanden. Keine langen Schlangen vor den Buchläden, keine Twitter-Diskussionen, keine Präsidenten-Interviews. Kein Wunder: "Fire and Fury" ist einfach nur eines von vielen Sachbüchern über den Zweiten Weltkrieg. Doch seitdem unter demselben Namen eine viel diskutierte Trump-Biografie erschien, ist es plötzlich ein Bestseller.

Eine Verwechslung macht Randall Hansen nun zum Bestseller-Autoren.

Für ihn kommt der Erfolg völlig unerwartet. Der kanadische Wissenschaftler lehrt seit Jahren an der Universität von Toronto. Als sein "Fire and Fury" erschien, war Barack Obama gerade als US-Präsident frisch im Amt. Neun Jahre später ist Obama Friedensnobelpreisträger im Ruhestand und der aktuelle US-Präsident twittert vermutlich mehr als er regiert.

Doch für Hansen, der sich sonst mit Politik und Geschichte beschäftigt, ist die Namensverwechslung ein Glücksfall.

Ich hätte wirklich niemals gedacht, dass ich Donald Trump einmal einen Gefallen schulde.
Randall Hansen, Historiker (Handelsblatt)

Wie oft sich das falsche "Fire and Fury" inzwischen zusätzlich verkauft hat, ist unklar. Doch Hansen berichtet, dass sein Verlag das Werk jetzt nachdrucken will – vielleicht noch rascher, als ohnehin geplant. Auf Amazon ist das Werk in mehreren Bestseller-Listen rasch nach oben geklettert. Den meisten Käufern scheint das Werk trotz des Namensdoubles zu gefallen – vielleicht hätten sie die Verwechslung rechtzeitig bemerkt und das Buch dennoch bewusst bestellt, mutmaßt Hansen. (Handelsblatt)

Darum geht es in dem Buch, das die Leser eigentlich bestellen wollen:

Frustrierte Leser beschweren sich auf Twitter

Nur auf einer Seite ist die Kritik deutlich: Twitter. Seit Tagen kontaktieren den Historiker Menschen, die sich nicht für US-Taktiken im Zweiten Weltkrieg, sondern unterhaltsame Fettnäpfchen aus dem Weißen Haus interessiert hatten. Viele lassen ihren Frust an Hansen aus, auch wenn der sein Buch bereits vor einem knappen Jahrzehnt fertiggestellt hatte.

Doch der Historiker will sich davon nicht beeindrucken lassen. Auf die Frage, was er tun würde, wenn Donald Trump und Steve Bannon plötzlich vor ihm ständen, sagte er: "Es würde mir eine gewisse Genugtuung verschaffen, Herrn Trump und Herrn Bannon einmal ins Gesicht zu sagen, dass sie zur Hölle fahren können."

Auch für die Zukunft hat Hansen schon Pläne. Als nächstes will er ein Buch über die weltweite Flüchtlingskrise schreiben.


Haha

So verzweifelt und absurd sind Wohnungsanzeigen in Berlin

09.01.2018, 17:03 · Aktualisiert: 10.01.2018, 17:51

Mitbewohner gesucht: Cupcakes-backender Handwerker mit Putzfimmel und Therapeutenausbildung

Die Wohnungssituation in der deutschen Hauptstadt? Katastrophal. Das Angebot ist klein, die Nachfrage groß, die Preise sind kaum bezahlbar. Was muss man auf sich nehmen, um aus hunderten Bewerbern hervorzustechen? Wie schafft man es, trotz kilometerlangen Schlangen bei Besichtigungsterminen eine Bleibe zu finden?

Das Problem: In den vergangenen Jahren sind die Einwohnerzahlen in der Hauptstadt kontinuierlich gestiegen. Jährlich zieht es auf der Suche nach einem neuen Zuhause mehrere Zehntausend Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet in die Hauptstadt. Hinzu kamen allein im Zeitraum zwischen 2011 und 2015 mehr als 100.000 Menschen aus dem Ausland. (Statistik Berlin Brandenburg)