Today

Trump-Regierung erschwert Frauen Zugang zu Verhütung

07.10.2017, 14:31

"Finger weg von meiner Verhütung!"

Eine Packung Kondome: 7 Euro, Anti-Baby-Pille: 40 Euro, Spirale: 200 Euro: Verhütung kann schnell teuer werden. Trotzdem möchten die meisten Menschen nicht darauf verzichten – weil sie sich vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen und dabei nichts dem Zufall überlassen wollen.

Für Frauen in den USA wird es nun wieder schwieriger, ihre Verhütung zu finanzieren. Die Regierung von Donald Trump macht eine entsprechende Regelung seines Vorgängers Barack Obama rückgängig. Diese verpflichtete Arbeitgeber dazu, ihren Angestellten Krankenversicherungen anzubieten, die auch Verhütungsmittel bezahlen. (Spiegel Online)

Eine Verfügung von Donald Trump, die jetzt in Kraft tritt, erlaubt es Arbeitgebern aber, die Übernahme von Verhütungskosten beispielsweise wegen "moralischer Bedenken" abzulehnen. Das war bisher nur in wenigen Ausnahmefällen erlaubt, beispielsweise bei Kirchen. 

Man wolle aber niemanden dazu zwingen, entgegen seiner eigenen Überzeugungen Verhütungsmittel zu unterstützen, so die Begründung der Trump-Regierung. Deshalb wird es für alle Arbeitgeber möglich sein, diese Leistung zu verweigern. (NY Times)

Die Verhütung war ein wichtiger Punkt in Barack Obamas Gesundheitsreformprogramm "Obamacare". Dank der Unterstützung durch Obamacare zahlen heute weniger als vier Prozent der US-Amerikanerinnen selbst für ihre Verhütung. Davor lag der Anteil bei fast 25 Prozent. (Spiegel Online)

Für viele Frauen bedeutet das eine wichtige finanzielle Entlastung. Dementsprechend empört fielen die Reaktionen auf die Ankündigung der Regierung am Freitag aus.

Auf Twitter äußerten Frauen (und Männer) ihren Protest unter dem Hashtag "HandsOffMyBC", also: "Finger weg von meiner Verhütung".

Die häufigsten Argumente sind dabei:

Die neue Regelung trifft vor allem Frauen mit geringem Einkommen.

Verhütung ist ein Weg, über den eigenen Körper zu bestimmen – und deshalb ein Menschenrecht.

Die Pille wird nicht nur zur Verhütung eingesetzt, sondern auch zur Behandlung von anderen Krankheiten.

Diese Frau zum Beispiel schreibt, dass sie die Pille braucht, um die Beschwerden ihres Polyzystischen Ovarialsyndroms zu lindern.


Das Einzige, was Abtreibungen vorbeugt, ist erschwingliche Verhütung.

Auch Abtreibungen lehnen viele Konservative in den USA ab. Dieser Argumentation nach müssten sie folglich eher für flächendeckende Verhütung sein.

Auch auf die Prioritäten der Regierung wird Bezug genommen:

Gebärmuttern werden von der Regierung reguliert, Schusswaffen aber nicht?
Dana Warnke

Trotz all dieser Befürchtungen: Zum jetzigen Zeitpunkt ist noch nicht abzuschätzen, wie sich die neue Regelung auf die tatsächliche Verfügbarkeit von Verhütung auswirken wird. (NY Times

Schließlich können sich die Arbeitgeber auch entscheiden, Verhütungsmittel wie gehabt in den Kassenleistungen anzubieten.


Today

Ist es wirklich gefährlich, mit Wattestäbchen die Ohren zu reinigen?

07.10.2017, 13:51

Klären wir das – ein für alle Mal!

Ich bin noch in dem Glauben aufgewachsen, dass Wattestäbchen erfunden wurden, um bequem die Ohren zu säubern. 

Seit einiger Zeit sind die Stäbchen allerdings in Verruf geraten: 

Sie seien für die Ohren nicht nur ungeeignet, sie könnten sogar zu dramatischen Verletzungen führen, heißt es. Aber wie soll ich meine Ohren dann sauber machen? 

Und sind Wattestäbchen wirklich so ungesund? Wir haben Michael Deeg, HNO-Arzt und Vorstandsmitglied des Deutschen Berufsverbands der Hals-Nasen-Ohrenärzte, befragt. Das sind die Ergebnisse: