Bild: Screenshot: Facebook

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Nach Satire-Aktion von "Die Partei": AfD glaubt, "Antifa" habe sie unterwandert

04.09.2017, 08:24 · Aktualisiert: 04.09.2017, 12:27

Die Satire-Partei "Die Partei" hat am Wochenende 31 rechte Facebook-Gruppen gekapert. Sie übernahm die Admin-Rechte in Gruppen wie "Freunde von Björn Höcke", "Islam-Kritik" oder "Mein Vaterland". (bento)

Viele dieser Gruppen standen der AfD nahe oder wurden gar von AfD-Mitgliedern verwaltet. Mit Bots wurden die Gruppen vergrößert, dann gingen die Admin-Rechte an echte Nutzer. "Partei"-Mitglieder hatten sich beworben und einige dieser Rechte eingeheimst.

Nun informieren andere AfD-Gruppen vor der Übernahme – und warnen vor der "Antifa".

"Falls Sie Mitglied in einer der folgenden Gruppen sind, empfehlen wir Ihnen den sofortigen Austritt", heißt es in einem Facebook-Post der AfD Baden-Württemberg. Diese Seiten wurden angeblich "von der Antifa übernommen". Und zwar: "Um Informationen über AfD-Mitglieder und Sympathisanten zu sammeln." 

Auch andere AfD-Gruppen auf Facebook nutzen diese Formulierung. Mache sprechen von einem "Angriff auf demokratische Grundrechte".

(Bild: Screenshot: Facebook)

Das ist natürlich ziemlicher Quatsch. Die Partei "Die Partei" ist keine Kampfgruppe des antifaschistischen Widerstandes – sie ist eine Spaßpartei, die echten Parteien im Wahlkampf den Spiegel vorhalten will. Der Post der AfD zeigt stattdessen: Aus einer peinlichen Entlarvung macht die rechte Partei eine neue Verschwörung.

Wie der Hass aufgeht, zeigen die drastischen Kommentare unter dem Post:

  • Manche Anhänger behaupten, "linke Ratten" hätten die Gruppen von vornherein gegründet.
  • Andere empören sich, dass sich "die falschen Dreckschweine" monatelang als Patrioten getarnt hätten.
  • Wieder andere halten das alles für "Fake News" der Medien.
  • Und andere sind hilflos, weil sie die (umbenannten) Gruppen nicht mehr finden und nicht wissen, wie sie austreten können.

Hier erfährst du genau, wie die Partei die Gruppen übernahm:


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Das sind die Fragen, die beim TV-Duell leider nicht gestellt wurden

04.09.2017, 08:20 · Aktualisiert: 04.09.2017, 10:27

Am Sonntag war ein bisschen Wahlkampf: Bundeskanzlerin Angela Merkel traf im TV-Duell auf ihren Herausforderer Martin Schulz. 

Anderthalb Stunden dauerte das Duell, vier Journalisten stellten Fragen. Vor allem ging es um Flüchtlinge und die Gefahren, die sie angeblich mitbringen. Dann noch um die Dieselaffäre. (mehr zum TV-Duell bei bento)

Angst und Autos – für weitere Themen war kein Platz, in all den 90 Minuten nicht.