Bild: Fox

06.03.2018, 09:49 · Aktualisiert: 06.03.2018, 10:21

Klären wir das – ein für alle Mal!

In manchen Ländern ist ein dicker Bauch ein Zeichen von Wohlstand und Status. Doch je besser es den Menschen geht, desto unbeliebter wird er. Dann steht er für Trägheit und Übermaß, wird zu Wanze, Fettbauch, Plätze.

Polster an Hüften, Oberschenkeln und Hintern entsprechen dem weit verbreiteten Schönheitsideal schlanker Körper zwar genauso wenig. Aber Bauchfett soll nicht nur unerwünscht sein, sondern auch gefährlich.

Stimmt das? Und wenn ja, warum?

(Bild: Giphy)

Wir haben Professor Norbert Stefan gefragt: Er arbeitet am Deutschen Zentrum für Diabetesforschung.

Gibt es einen Unterschied zwischen dem Fett am Bauch und dem an Po und Hüfte?

Tatsächlich handele es sich um zwei verschiedene Arten von Fett, sagt Stefan: An Hüfte, Beinen und Po haben wir Unterhautfettgewebe. Hier werde Fett als Energiereserve gespeichert. "Am Bauch haben Menschen hingegen nicht nur Unterhautfettgewebe, sondern vor allem viszerales Fett." Dieses Fett nehme zwar auch Fettsäuren aus dem Blut auf, speichere sie aber nicht langfristig, sondern gebe sie sofort wieder ab. "Die Fettsäuren müssen sich einen anderen Platz suchen und lagern sich oft in Organen ab."

Aus welchem Fett besteht der sogenannte Bierbauch?

Der Bauch ist sehr gespannt, man kann kaum hineinkneifen – das ist klassischerweise das Fett mit der geringsten Speicherkapazität", sagt Stefan. "Ein Bierbauch ist typisches viszerales Fett." So einen Bauch bekomme man nicht nur von Bier, möglich sei das aber schon. "Bier hat sehr viele Kalorien und wird vor allem abends getrunken", so Stefan. "Nachts verbrennen wir weniger Kalorien, sodass mehr davon im viszeralen Fett gespeichert werden. Deshalb könnte der Begriff Bierbauch tatsächlich mit einem vermehrten Bierkonsum zusammenhängen."

Wie gefährlich ist ein dicker Bauch?

"Wir gehen davon aus, dass viszerales Fett eine ganz relevante Rolle bei der Entstehung von Stoffwechselkrankheiten spielt", erklärt Stefan. Verschiedene Studien würden diesen Zusammenhang belegen. Ein Beispiel: Frauen hätten häufig mehr Fett an Hüfte, Beinen und Po, in den Wechseljahren komme es durch Hormone aber zu einer Umverteilung. Fett lagere sich dann eher am Bauch an. Gleichzeitig steige das Risiko von Herzkreislauf- und Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes. "Das ist wissenschaftlich der härteste Beweis", sagt der Wissenschaftler.

Menschen mit viel Bauchfett hätten außerdem häufig eine Fettleber, weil sich in dem Organ die Fettsäuren ablagern. Und eine Fettleber ist einer der größten Faktoren bei der Entstehung von Lebererkrankungen oder Herzinfarkten, Schlaganfällen und Typ-2-Diabetes.

Wie ungesund ist Fett an Po und Hüften?

Aus medizinischer Sicht kann es sogar schützende Wirkung haben, sagt Stefan."Bei Untersuchungen zeigt sich häufig, dass Menschen mit sogenanntem Reiterhosenfett besser vor Stoffwechselerkrankungen geschützt sind", erklärt der Professor. In der Evolution sei dieses sehr wichtig gewesen, um für Hungersnöte vorzusorgen. Auch schwangere Frauen legen viel Unterhautfettgewebe an, vor allem an Hüfte, Beinen und Po. Hier speichere ihr Körper die Energie, die er braucht, um ein Kind zu säugen. Ein dicker Bauch würde nicht weiterhelfen, da nicht genug Energie in den Fettpolstern lagert.

Noch mehr Antworten auf alltägliche Fragen gibt es hier:

Wovon hängt es ab, an welchen Körperstellen wir zunehmen?

"Eine sehr große Rolle bei der Körperfettverteilung spielen die Hormone", erklärt Stefan. Frauen neigen eher zu Hüftfett, Männer zu dicken Bäuchen. Aber auch die Gene spielten eine Rolle: Manche Menschen haben ihr Leben lang spindeldürre Beine, andere passen schon nach einer Woche Weihnachtsschlemmen in keine Hose mehr. Wo sich Schokokuchen oder Cheeseburger absetzen, können wir leider nicht beeinflussen, so der Wissenschaftler.

Können wir Bauchfett denn gezielt bekämpfen?

Natürlich hilft es, sich gesund zu ernähren. "Wer sich eine Stunde auf dem Fahrrad quält und 400 Kalorien verbrennt, hat nicht einmal einen großen Burger wegtrainiert. Den sollte man sich also sparen", sagt Stefan. Experten raten vor allem von schnellwirkenden Kohlenhydraten wie Weizenprodukten, weißen Nudeln oder Fruchtsäften ab. Allerdings, so der Professor, können wir nicht beeinflussen, an welcher Körperstelle wir abnehmen – zumindest nicht durch Ernährung. "Es gibt leider nicht die reine Bauchfett-Diät."

Dann sind auch Sit-ups vergebliche Qual?

Der Diabetesforscher sagt: Nein! "Sit-ups stärken die Bauchmuskulatur und drücken schon nach kurzer Zeit das Fett zurück." Zwar verlieren wir nicht unbedingt an Gewicht, weil Muskeln schwerer wiegen als Fett. Der Effekt aber sei recht schnell im Spiegelbild zu sehen. Und: "Wer die Übungen regelmäßig über einen längeren Zeitraum durchführt, schmelzt auch das viszerale Fett weg."


Trip

Flixbus fährt jetzt regelmäßig Züge zwischen Hamburg-Köln und Berlin-Stuttgart

06.03.2018, 08:09 · Aktualisiert: 06.03.2018, 08:16

Flixbus findet Gefallen am Bahnverkehr. Nach ersten Versuchen sollen künftig auf zwei Strecken täglich grüne Züge fahren, der sogenannte Flixtrain:

  • ab 24. März täglich außer mittwochs zwischen Hamburg und Köln und
  • ab April täglich zwischen Berlin und Stuttgart, über Hannover und Frankfurt.