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Der Gefährder. Vom schwierigen Umgang mit Islamisten in Deutschland

11.01.2018, 14:37

In Deutschland zählt das Bundeskriminalamt mehrere hundert "Gefährder". Die Definition ist vage, aber es geht um Islamisten, die eine Gefahr darstellen. Denen der Staat einen Terroranschlag zutraut. Was sind das für Menschen? Und was tut der Staat, damit sich ein Anschlag wie der am Breitscheidplatz in Berlin nicht wiederholt?

bento-Redakteur Marc Röhlig hat monatelang in Internetforen und Gruppen der Szene recherchiert. Dort lernte er einen Gefährder kennen und baute Vertrauen auf. Zwei Monate vergingen mit Chats und Telefonaten, bis er einem persönlichen Treffen zustimmte.

Der Ort, irgendwo in Deutschland, musste geheim bleiben, ebenso sein Name. Dafür bekam Marc Röhlig einen Einblick in die Salafistenszene. Seinen Bericht haben wir am 20. Juli veröffentlicht.

Schon witzig, dass die ganzen Hipster hier um mich rum nicht wissen, dass sie direkt neben einem radikalen Salafisten sitzen.
Der Gefährder

Gleichzeitig gingen Beiträge online, in denen Marc Röhlig dem Begriff "Gefährder" nachspürt. Die deutschen Behörden in Bund und Ländern scheinen selbst nicht genau zu wissen, was ein Gefährder ist. Eine gemeinsame Definition fehlt. Noch schwerer ist es für Staat, den richtigen Umgang mit ihnen zu finden.

Außerdem zeigt er, wie Experten versuchen, radikalisierte Jugendliche zurück in die Gesellschaft zu holen – und welche Ähnlichkeiten mit Rechtsextremen existieren.

Die "Gefährder"-Beiträge auf bento

Der Video-Kommentar auf Facebook

Diese Idee sollte die Bundesrepublik im Umgang mit islamistisc...

Bayern kann ab heute islamistische Gefährder unendlich lang in Haft nehmen. Das ist aber der falsche Umgang mit potentiellem Terror.

Posted by bento on Tuesday, August 1, 2017

Mit dem Gefährder-Paket haben wir über 100.000 Nutzer erreicht. Dazu kommen mehr als 230.000 Videoabrufe und 1500 Interaktionen auf Facebook.


Gerechtigkeit

Warum Volker Beck einen iranischen Richter vor ein deutsches Gericht stellen will

11.01.2018, 13:07 · Aktualisiert: 12.01.2018, 07:14

Im Iran protestieren Tausende Menschen gegen die Unterdrückung durch das Regime. Während viele ihre Freiheit riskieren, um mehr Freiheit zu gewinnen, ließ sich 5000 Kilometer entfernt in den vergangenen Wochen einer der mächtigsten Vertreter des Regimes in Hannover wegen eines Tumors behandeln – der Ex-Justiz-Chef Ayatollah Mahmoud Hashemi Shahroudi, 69 Jahre alt.

Menschenrechtler werfen ihm vor, er habe im Iran Minderjährige und Vergewaltigungsopfer hinrichten lassen. So soll er zum Beispiel gegen ein 13-jähriges Mädchen, das Opfer einer Vergewaltigung wurde, die Todesstrafe verhängt haben. Im Iran gilt das als außerehelicher Sex. Hier wurde das Opfer zur Täterin gemacht. Shahroudi habe Hunderte Menschen auf dem Gewissen, sagte die iranische Aktivistin Mina Ahadi. (Bild)