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Bild: dpa/ Federico Gambarini

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AfD-Bashing von Lindner: Die FDP ist doch noch zu was gut

01.02.2016, 14:53 · Aktualisiert: 12.04.2016, 14:26

FDP-Chef Linder zeigt uns, wie man gegen Rechtspopulismus anredet.

Die FDP kämpft derzeit für ihr Comeback. Die Partei will zurück in den Bundestag. Wenn man sich die aktuellen Umfragen anschaut, dürfte das noch dauern: Die FDP liegt derzeit lediglich bei rund fünf Prozent. Jetzt wird FDP-Chef Christian Lindner im Netz für seine klaren Worte über den Umgang mit Rechts gefeiert.

"Mit Schuldzuweisung und Blockade macht man Rechtspopulisten groß, mit Problemlösungen macht man sie klein", sagte Lindner in einer Debatte im Düsseldorfer Landtag am vergangenen Donnerstag. Er redet sich dabei in Rage, gestikuliert deutlich. FDP-Kollege Tobias Huch teilte das Video auf seiner Facebook-Seite: Bis zum Montagmorgen bekam es mehr als 10.000 Likes und erzielte 800.000 Views.

"Ich freue mich, wenn Plenardebatten über die Sozialen Medien Bürgerinnen und Bürger erreichen und Interesse an der politischen Auseinandersetzung wecken", sagte Lindner zu bento.

Auszüge aus der Rede:

  • "Im Zweifel wird Europa mit Eurokrise, Flüchtlingskrise und mit seinen strukturellen Problemen fertig werden. Das Problem sind die Rechtspopulisten. Denn wenn eins die Grundfeste der europäischen Einigung erschüttert, dann wäre das, wenn wieder mit nationaler Abschottung Politik gemacht werden würde. Und dagegen müssen wir uns gemeinsam wehren."
  • Über die AfD: "Die sprechen vom Begriff der Volksgemeinschaft, als sei das noch eine kulturell, religiös oder ethnische Identität, mit der man wie vor 150 Jahren Politik machen könnte. Das sind autoritäre Begriffe. Sieht man ja auch daran, dass die mehr Verständnis für Putin als für Obama haben."
  • "Es ist eine Partei, die allen Ernstes wieder rassetheoretische Redner in ihren Reihen toleriert. Der Gauland von denen sagt, die aktuelle Krise, die Flüchtlingskrise sei ein Geschenk für seine Partei."
  • "Wenn es ein ungeschriebenes Kapitel des Grundgesetzes gibt, das eine historische Lehre aus 1945 enthält, dann doch diese: Eine Partei, die wieder völkisch denkt, die Rassepolitik macht und die Krisen nicht lösen will sondern die Krisen gerade zu herbeisehnt, eine solche Partei darf in Deutschland niemals mehr politische Bedeutung erlangen."

Wie sind die Reaktionen?

  • Die Reaktionen reichen von "Das dieser Mann noch nicht Bundeskanzler ist, erschließt sich mir nicht" oder "Selten so eine engagierte und wahre Rede gesehen! Top"
  • ... über "Gute Rede, leider ist das Vertrauen in die etablierten Parteien, übrigens auch bei mir, am Boden"
  • ... bis hin zu: "Wer so einen Rotz über die AfD verzapft, hat wie immer mal wieder nichts verstanden. Lindner ist und bleibt ein Schwätzer. Die FDP ist genau da wo sie hin gehört nämlich unter 5%"

Am Wochenende hatte AfD-Chefin Frauke Petry gefordert, Deutschlands Außengrenze solle strikt kontrolliert werden, mit "Grenzsicherungsanlagen" und "Schusswaffen". (bento) Klare Worte gegen die absurde Forderung fand unter anderem Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD), der sich dafür aussprach, die AfD vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen.