Bild: dpa; Montage: bento

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Die CDU twittert einen komischen Hashtag und wird ausgelacht

22.06.2017, 16:38 · Aktualisiert: 22.06.2017, 18:39

Noch 94 Tage bis zur Bundestagswahl: Die Parteien starten langsam ihre Kampagnen, hängen Wahlplakate auf, plaudern in Talkshows – und überlegen sich fetzige Hashtags, um ihre Wahlkampfversprechen in den sozialen Netzwerken zu verbreiten.

So auch die CDU.

Die Partei versucht es jetzt mit wild aneinandergereihten Buchstaben, die irgendwie an Trumps merkwürdigen "covfefe"-Tweet erinnern. 

Der US-Präsidenten hatte das Wort, dessen Bedeutung niemand verstand, Ende Mai getwittert. War es nur ein Tippfehler, war Trump abgelenkt oder leicht angeschwippst – aufgelöst hat er es nie, aber die Spekulationen waren wild (bento).

Die CDU hat sich bei ihrem Hashtag definitiv nicht vertippt – verwirrend ist er trotzdem:

Was hat es damit auf sich?

Die CDU hat am Donnerstag ihre Themenplakate zur Bundestagswahl Ende September vorgestellt, die Hauptbotschaft wird sein: "Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben."

Kurz: 

Lässt sich nicht aussprechen, kaum merken – soll aber aus Sicht der CDU funktionieren. 

Bei Twitter bekam die Partei direkt sehr viel Spott ab. Hier eine Auswahl:

1/12

CDU-Generalsekretär Peter Tauber verstand die Tweets weniger als Kritik und freute sich über die Resonanz in Twitter-Kreisen. Vielleicht also alles nur Taktik, um Social-Media-Aufmerksamkeit zu gewinnen? Oder der gescheiterte Versuch, einen neuen #Schulzzug für die CDU zu erfinden? (bento)

Die FDP nutzte die Aufmerksamkeit für #fedidwgugl gleich für sich. Wer die Seite http://fedidwgugl.de besucht, liest dort folgendes Statement: "Liebe Union, überlasst das mit der Digitalisierung doch einfach denen, die davon Ahnung haben. Zum Beispiel den Freien Demokraten." Mit einem Link zu einem Wahlkampfvideo der FDP.

Wichtiger noch als irgendein Hashtag sind die Themen, mit denen die CDU Wähler gewinnen will. Sind wenigstens die konkreter und besser zu verstehen als #fedidwgugl? Nicht wirklich.

Die Partei hat sich für folgende Slogans entschieden:

  • "Für eine starke Wirtschaft und sichere Arbeit."
  • "Für mehr Respekt vor Familien."
  • "Europa stärken heißt Deutschland stärken."
  • "Für Sicherheit und Ordnung."
  • Und eben ganz allgemein: "Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben."

Fazit: Allgemeine Floskeln. Nichts Konkretes. ROFL.


Gerechtigkeit

Schüler kämpfen gegen die Abschiebung ihres Freundes. Was bringen solche Aktionen?

22.06.2017, 15:47 · Aktualisiert: 23.06.2017, 12:52

Er lernt Vokabeln in der Deutsch-Intensivklasse, engagiert sich in der Sanitäts-AG und stand mit dem Schulchor bereits für ein Musical auf der Bühne. Auch bei der Freiwilligen Jugendfeuerwehr ist der 16-jährige Fadi Al-Haj aus Afghanistan aktiv. Er ist das, was viele unter einem "Vorzeige-Migranten" verstehen. Jetzt droht ihm die Abschiebung.

In den vergangenen Wochen häuften sich Fälle, in denen junge Ausländer Aufsehen erregen – weil sie abgeschoben werden sollten. 

Und weil ihre Freunde gegen diese Entscheidung protestierten. 

So erging es der 14-jährige Bivsi Rana, die in Duisburg aus dem Schulunterricht abgeholt und nach Nepal abgeschoben wurde (bento). Und im Fall des 20-jährigen Afghanen aus Nürnberg kam es zur Eskalation mit der Polizei: Als er Ende Mai aus seiner Berufsschule abgeholt werden sollte, protestierten Hunderte mit einer Sitzblockade gegen seine Abschiebung (bento).