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Eine Studie zeigt: Leseratten sind die besseren Menschen

12.05.2017, 16:05 · Aktualisiert: 12.05.2017, 17:40

Es könnte einen Zusammenhang zwischen dem Medienkonsum eines Menschen und seinem Charakter geben. Das hat die Wissenschaftlerin Rose Turner von der Kingston University in London herausgefunden. Das wichtigste Ergebnis ihrer Studie: Wer gerne Romane liest, könnte tendenziell einfühlsamer sein als jemand, der lieber fernsieht.

Die Studie wurde auf der diesjährigen Konferenz der British Psychological Society in Brighton vorgestellt. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse liegt bento vor.

Wie genau lief die Studie ab?

  • 123 Erwachsene füllten einen Online-Fragebogen aus.
  • Darin gaben sie an, welche fiktionalen Inhalte sie konsumieren und im Laufe ihres Lebens konsumiert haben. Gefragt wurde nach Büchern, Filmen und Theaterstücken.
  • Außerdem sollten die Probanden angeben, welche Medien und Genres sie bevorzugen.
  • Und sie mussten Fragen zu ihren empathischen Fähigkeiten beantworten – zum Beispiel, wie sehr sie sich für die Gefühle anderer interessieren, oder ob sie anderen gerne helfen ("Die Welt", Independent).

Und was kam heraus?

  • Teilnehmer, die Romane und Theaterstücke mögen, zeigten die Tendenz, sich im echten Leben "prosozial" zu verhalten, sprich: nett, empathisch und verständnisvoll zu sein.
  • Wer dagegen lieber fernsieht, zeigte niedrigere Level prosozialen Verhaltens.
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Außerdem gibt es Unterschiede je nach Genre:

  • Teilnehmer, die Dramen und Romanzen mögen, zeigten nach eigenen Aussagen ein höheres Level an Mitgefühl für andere.
  • Wer dagegen sogenannte experimentelle Fiktion mag, konnte Dinge aus der Perspektive anderer sehen.
  • Und Comedy-Liebhaber verfügten in allen Bereichen über ein hohes Level an Empathie.

Kann man dem glauben?

  • An der Online-Befragung nahmen nur 123 Personen teil, das ist relativ wenig.
  • Die Studie hat keine Ursache-Wirkungs-Forschung durchgeführt, sie lässt also keine kausalen Schlussfolgerungen zu. Das heißt, sie trifft keine Aussage darüber, ob das Lesen von Büchern das Einfühlungsvermögen erhöht – oder ob Menschen, die sowieso empathischer sind, einfach mehr Bücher lesen.
  • Außerdem handelte es sich nur um Selbstauskünfte. Die Frage ist, wie ehrlich die Befragten ihren Charakter einschätzen.
  • Noch wurde die Studie in keiner Fachzeitschrift veröffentlicht, das heißt, sie wurde noch keiner Peer Review unterzogen. Die Ergebnisse sind deshalb erst mal nur vorläufig, sagt die Autorin Rose Turner.

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