Bild: S-Bahn/J. Donath

11.07.2018, 15:15 · Aktualisiert: 11.07.2018, 15:39

6 Fakten zur neuen Maßnahme

Berlinerinnen und Berliner sind Ärger mit der S-Bahn gewohnt. Mal fallen Züge aus, mal ist es zu heiß, mal zu kalt. Und immer dann, wenn man es wirklich eilig hat, kommt die Bahn zu spät.

Nun hat die Berliner S-Bahn eine Idee: Verspätete Züge sollen an einzelnen Stationen künftig ohne Halt einfach durchfahren.

So sollen die Züge Zeit aufholen, um wieder in den Takt zu kommen. Das bestätigte die S-Bahn am Mittwoch bento. Zuvor hatte bereits die Berliner Morgenpost darüber berichtet.

Bitte was? Die sechs wichtigsten Antworten:

1.

Wo sollen die Haltestellen ausfallen?

Es geht konkret um die Ringbahn – die in einer Stunde einmal um die Berliner Innenstadt fährt. Im Südwesten sollen die zwei Haltestellen Halensee und Hohenzollerndamm bei Verspätungen wegfallen. Eventuell kommt auch noch die Station Heidelberger Platz dazu.

(Bild: S-Bahn; Montage: bento)

2.

Wann geht es los?

Ende Juli. Wie lange die Durchfahrten beibehalten werden sollen, steht noch nicht fest.

3.

Warum macht die S-Bahn das überhaupt?

Die Aktion ist zunächst ein Pilotversuch, der gehört zur "Qualitätsoffensive S-Bahn plus". Damit will die S-Bahn gegen Verspätungen vorgehen.

Das Unternehmen gehört nicht zu den Berliner Verkehrsbetrieben, sondern zur Deutschen Bahn – und erhält Zuschüsse vom Berliner Senat. Die gibt es allerdings nur, wenn alles gut läuft.

Die S-Bahn sichert dem Senat vertraglich zu, dass ihre Bahnen in 96 Prozent der Fälle pünktlich kommen, also weniger als vier Minuten verspätet sind. Das hat sie in jüngster Zeit nicht immer geschafft, es drohen Strafabzüge des Senats in Millionenhöhe. (Berliner Morgenpost)

4.

Woher kommt die Idee, Stationen ausfallen zu lassen?

Aus München. Dort probt die S-Bahn seit zwei Jahren Durchfahrten an Haltestellen in den Außenbezirken, bei denen sowieso nur wenig Gäste ein- oder aussteigen. (Focus)

5.

Und wenn es nicht klappt?

Dann wird es wieder abgeschafft. S-Bahn-Chef Peter Buchner sagt:

"Sollte sich während des Pilotprojekts ergeben, dass unsere Kunden im Gegensatz zu anderen Städten, in denen dieses Verfahren schon angewendet wird, diese Maßnahme nicht akzeptieren, wird die S-Bahn sie nicht weiter verfolgen."
6.

Was heißt das jetzt konkret für jemanden, der durch Berlin fährt?

Im Zug soll per Durchsage darüber informiert werden, wo die S-Bahn durchfährt. Für die Passagiere heißt das: vorher aussteigen und auf die nächste Bahn warten. Oder weiterfahren und dann mit einer entgegenkommenden S-Bahn wieder zurückfahren.

Oder die ganz entspannte Alternative: Ein Buch mitnehmen und nochmal eine ganze Runde fahren.


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