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"Plötzlich kamen mir Menschen entgegengerannt"

20.12.2016, 09:19 · Aktualisiert: 20.12.2016, 12:00

Wie Augenzeugen den Abend auf dem Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche erlebten.

Als am Montagabend ein Lkw in die Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche raste, waren Hunderte Menschen vor Ort. Zwölf Menschen wurden getötet, Dutzende verletzt. Die Polizei spricht von einem "vermutlich terroristischen Anschlag". Was wir aktuell über die Situation wissen, liest du hier.

Wir haben mit Menschen gesprochen, die an dem Abend dort waren:

Pelsin, 27, Ärztin aus der Türkei, besucht in Berlin zurzeit einen Deutschkurs

(Bild: Leister)

"Ich war vielleicht zwanzig Meter entfernt. Aber ich habe zuerst nichts mitbekommen, weil die Stimmen und Geräusche vom Markt so laut waren. Plötzlich kamen mir Menschen entgegengerannt. Ich habe sie gefragt, was los ist. Sie sagten: 'Ein Unfall'. Weil ich Ärztin bin, dachte ich, dass ich helfen kann und bin hingelaufen.

Unter dem Lkw lagen mindestens drei Tote, noch mehr Tote lagen auf dem Weihnachtsmarkt. Und so viele Verletzte. Ich habe mich auf die konzentriert, die am schwersten verletzt waren. Genaue Zahlen kann ich nicht nennen. Ich habe mich nur darauf konzentriert, wie ich helfen kann und bei einer Frau sofort mit der Wiederbelebung begonnen. Ich dachte zuerst, es wäre ein Unfall. Aber bis auf den Lkw habe ich kein anderes Auto gesehen."

In der Slideshow findest du Bilder aus der Nacht:

Getty Images / Sean Gallup
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dpa/Maurizio Gambarini
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Rocio, 32, Spanierin, die in Berlin lebt und arbeitet

(Bild: Annika Leister)

"Wir hatten Glück. Wir haben heute Abend mit Kollegen Weihnachten gefeiert. Am Anfang haben wir ein Gruppenfoto im Bikini Berlin (dem Einkaufszentrum direkt gegenüber der Gedächtniskirche) machen lassen – danach wollten wir eigentlich über den Weihnachtsmarkt schlendern. Gott sei Dank waren wir gut 20 Minuten zu spät dran.

Denn als wir das Kaufhaus verlassen wollten, waren die Türen in Richtung Gedächtniskirche verschlossen. Ein Security-Mann erklärte uns, dass vor fünf Minuten ein Unfall passiert sei und der Weihnachtsmarkt schließe. Auf der Straße kamen uns Menschen entgegen – aber Panik ist nicht ausgebrochen. Alle waren sehr, sehr ruhig."

Die Reaktionen der Politiker aus der Nacht:

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Anselm Lange, Vorsitzender der Evangelischen Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirchengemeinde

(Bild: Annika Leister)

"Ich wohne in der Nähe und habe sofort Bescheid bekommen. Eine halbe Stunde nach dem Unfall war ich hier. Man muss sich vorstellen: Um 20 Uhr ist es auf dem Weihnachtsmarkt sehr voll, da gibt es Gedränge. Selbst auf einer kurzen Strecke kann ein Lkw da Verheerendes anrichten. Als ich ankam, hatte die Polizei den Platz schon abgesperrt.

Es bot sich ein Bild der Zerstörtheit und Verletztheit. Die Gedächtniskirche ist das internationale Mahnmal für Versöhnung. Und ein Weihnachtsmarkt ist ein Ort der Besinnlichkeit. Ich hoffe, wir können uns trotzdem einen Geist der Offenheit erhalten."


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