Bild: Frauen gegen die AfD

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Diese Frauen wollen verhindern, dass die AfD in den Bundestag kommt

10.09.2017, 15:33 · Aktualisiert: 10.09.2017, 16:23

Die AfD ist bekannt für, nun ja, konservative Positionen. Am bekanntesten sind die Einstellungen der Partei zu Flüchtlingen und Zuwanderung. Aber auch ein altmodisches Familienbild gehört zur Wahlkampfstrategie: Vater, Mutter, Kind, so scheint die Wunschkonstellation zu sein. Und wohin gehört die Frau? Klar, nach Hause!

Das zeigt die Website frauengegendieafd.org nun gnadenlos auf.

Beispiel gefällig?

Vielleicht will Andreas Wild damit sagen, theoretisch solle zwar jede Frau machen dürfen, was sie will – nur halt nicht alle, um die Quote zu erfüllen. (Die AfD-Fraktion in Berlin, wo er im Abgeordnetenhaus sitzt, hat Wild im Juli ausgeschlossen.)

Ein weiteres Beispiel:

Im Parteiprogramm heißt es: "Die Alternative für Deutschland wendet sich gegen alle Versuche, Abtreibungen zu bagatellisieren, staatlicherseits zu fördern oder sie gar zu einem Menschenrecht zu erklären."

So geht es weiter.

Sie stammen aus dem Wahlprogramm, von Parteitagen, dem Grundsatzprogramm der Partei und von den Twitter-Profilen einiger AfD-Politiker. Die Initiative "Die Frauen gegen die AfD" hat sie über Monate gesammelt. 

Warum? Sie will verhindern, dass die AfD in den Bundestag einzieht. Wir haben mit zwei Frauen der Gruppe gesprochen.

Das können wir uns nicht gefallen lassen. Wir wollen uns nicht in die 30er Jahre zurück katapultieren lassen.
Simone

"Von uns haben die wenigsten in den letzten Jahren politisch gearbeitet, wir waren in unserer Komfortzone, hier haben wir uns eingemuckelt. Alles war schön“, sagt Simone von der Initiative.

Plötzlich änderte sich das.

Erst Brexit, dann Trump "Das hat etwas ausgelöst."

Da war es nicht mehr "muckelig". Und mit dem rauen Klima kam der Drang, sich zu engagieren. Die Errungenschaften einer freien Gesellschaft und der politischen Vernunft nicht einfach herzugeben. Aus diesem Gefühl heraus gründet sich im Januar die Initiative.

Sie besteht aus etwa 15 Frauen und doppelt so vielen Helfern. Verbunden waren sie vorher nicht wirklich. Eine Frau gründete eine Facebook-Gruppe, weitere wurden hinzugefügt, immer mehr luden Freundinnen ein. Sie sind Künstler, Angestellte, Hausfrauen – bunt gemischt, so sagt es Lisa.

 Aber sie alle einte ein Gefühl: So geht es nicht weiter.

"Die AfD ist für ihren Rassismus bekannt, sie macht aber auch gezielt Politik gegen Frauen", sagt sie.  

Das Thema geht ihrer Meinung nach unter. Also druckten einige Frauen Zitate von der AfD auf Plakate und zeigten sie Passanten in deutschen Städten. Sie reisten nach Bielefeld, Hamburg, Köln und Rostock.

Die Reaktionen der Frauen und Männer nahmen sie auf Video auf und erstellten Filme:

Etwa 10 bis 20 Stunden Arbeit haben die einzelnen Mitglieder wöchentlich in das Projekt gesteckt. Zusätzlich zu Familie, Vollzeitjobs und anderen Verpflichtungen.

Ihre Motivation? Sie wollen Aufklärungsarbeit leisten. 

Die Idee haben sie sich von den "Frauen gegen Hofer", die sich mittlerweile "Frauen wollen mehr" nennen, mit Erlaubnis und voller Zustimmung in Österreich abgekupfert.

Das ist eine Aktion der "Frauen gegen Hofer": 

Die österreichische Bundespräsidentenwahl im Dezember galt als erste große Wahl in Europa, in der entschieden wurde: Rückt Europa nach rechts oder bleibt es liberal? Diese Wahl entschieden am Schluss tatsächlich die Frauen. 62 Prozent stimmten für Alexander van der Bellen. (Zeit Online)

Das wollen die "Frauen gegen die AfD“ auch in Deutschland erreichen.

Lisa und Simone wollen anonym bleiben. Zwar sind das ihre richtigen Vornamen, mehr möchten sie aber nicht von sich Preis geben. Es ginge nicht um sie als Person. "Es geht um uns als Frauen", sagt Simone. 

Außerdem wollen sie sich vor Angriffen schützen. "Uns wird auf Facebook nicht der ganze Jubel entgegenkommen. Wir werden auch den Hass auf uns niederprasseln lassen müssen."

Aber die Vorstellungen der AfD unkommentiert stehen zu lassen, war für sie keine Option. 


Fühlen

Der Sommer ist vorbei: Was uns jetzt erwartet

10.09.2017, 14:33

Die letzten warmen Tage sind endgültig vorbei. Strandbars schließen und packen den Sand wieder ein, ohne Jacke geht kaum noch einer vor die Tür und das Grau am Himmel scheint immer dichter zu werden.

Die meisten trifft das jähe Sommerende unvorbereitet. Zumal dieses Jahr gefühlt gar kein Sommer da war. 

Es macht sich Unmut breit. Das kann es doch noch nicht gewesen sein! Was uns jetzt wieder erwartet, könnt ihr euch im Video ansehen.