Bild: Getty Images/ Montage: bento

Style

In Zara-Klamotten sind Hilferufe von Nähern versteckt

07.11.2017, 15:27 · Aktualisiert: 07.11.2017, 16:14

Was ist passiert?

In einem Zara-Geschäft in Istanbul sind Kleidungsstücke aufgetaucht, die eine bewegende Botschaft enthalten. Die kleinen Zettel an den Etiketten stammen von Näherinnen und Nähern eines türkischen Bekleidungsproduzenten, der unter anderem für Zara, Mango und Next Artikel angefertigt hat.

Sie schreiben: "Ich habe diesen Artikel, den Sie kaufen wollen, gemacht, aber ich wurde dafür nicht bezahlt." (AP)

Zara

Die Modekette gehört zum Inditex-Konzern, genauso wie auch Bershka, Massimo Dutti und Pull&Bear. Es handelt sich um den weltgrößten Textileinzelhändler. Der Zara-Gründer Amancio Ortega ist laut "Forbes" der reichste Mann in Europa.

Was hat es damit auf sich?

Eine Sprecherin des Zara-Mutterkonzerns Inditex hat den Fall gegenüber bento bestätigt. Es gehe dabei um den Lieferanten Bravo Tekstil. Bereits im Juli 2016 habe der Betrieb geschlossen, vermutlich seien die Chefs mit den Einnahmen abgehauen – ohne die letzten drei Monatsgehälter oder Abfindungen an ihre Angestellten zu zahlen.

Bei den Kleidungsstücken, die jetzt mit dem Hilferuf versehen wurden, handelt es sich also nicht tatsächlich um Artikel, die die Angestellten produziert haben. Die Initiatoren des Protests haben wohl die Filiale in Istanbul besucht und nachträglich die Botschaften angebracht.

Warum hat die Aktion erst jetzt stattgefunden?

Weil die Mitarbeiter noch immer um ihren Lohn kämpfen müssen. In einer Online-Petition beschreiben 140 ehemalige Mitarbeiter ihre Situation und rufen zur Unterstützung auf.

Da die Betreiber der Fabrik nicht aufzufinden sind, übernehmen auch die Modeketten Verantwortung. Inditex habe alle vertraglichen Verpflichtungen gegenüber Bravo zwar erfüllt.

Aber gemeinsam mit der lokalen IndustriALL Schwestergesellschaft, Mango und Next wolle man einen Härtefonds einrichten – "für die Arbeitnehmer, die von dem betrügerischen Verschwinden des Fabrikbesitzers betroffen sind", heißt es in einer Stellungnahme.

"Dieser Härtefonds würde unbezahlte Löhne, Kündigungsschadensersatz sowie Urlaubs- und Abfindungszahlungen von den Arbeitnehmern abdecken, die zum Zeitpunkt der plötzlichen Schließung ihrer Fabrik im Juli 2016 beschäftigt waren. Wir sind entschlossen, für alle Betroffenen eine schnelle Lösung zu finden."

Doch nach einem Jahr kann man nicht gerade von einer schnellen Lösung sprechen. Wieder einmal zeigt der Fall, dass es offenbar eine medienwirksame Aktion braucht, damit die großen Konzerne noch mehr auf die Mitarbeiter zugehen.

(Bild: EPA/PACO CAMPOS)

Wie geht es jetzt weiter?

In der Petition schreiben die Mitarbeiter, dass die Modeketten nur bereit sind, etwa ein Viertel der geforderten Gelder zu bezahlen. "Mit anderen Worten: Die Marken haben ihre Verantwortung erkannt, aber sie dachten, wir verdienten nicht mehr wert als Abfall."

Bei Inditex heißt es nur, die Verhandlungen liefen derzeit noch. Zu der Höhe des Angebots konnten sie keine Angaben machen.


Grün

USA ab jetzt allein: Syrien tritt als letztes Land der Welt dem Pariser Klimavertrag bei

07.11.2017, 14:56 · Aktualisiert: 07.11.2017, 18:04

Das vom Bürgerkrieg zerfressene Syrien tritt dem Pariser Klimaabkommen bei. Das teilten Vertreter Syriens am Dienstag auf der gerade in Bonn stattfindenden Weltklimakonferenz mit. (SPIEGEL ONLINE)

Das heißt: Donald Trumps USA sind nun weltweit das einzige Land, dass dem Klimavertrag nicht beitreten will.

In dem Ende 2015 in Paris geschlossenen Abkommen haben sich die Länder der Erde verpflichtet, gemeinsam den Ausstoß von Treibhausgasen einzudämmen, um das Klima zu schützen. Auch die USA waren unter Ex-Präsident Barack Obama am Anfang dabei, Trump hatte den Vertrag jedoch gekündigt, als er Präsident wurde. (bento)