Bild: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

Style

Protest gegen Primark: Kunden sollen Kleider gleich wieder wegwerfen

05.12.2017, 11:37 · Aktualisiert: 05.12.2017, 12:32

Wenn die umstrittene Billig-Kleiderkette Primark am Dienstag ihre erste Filiale auf der bekannten Stuttgarter Einkaufsmeile Königstraße eröffnet, werden Freunde und Gegner des Textildiscounters aufeinandertreffen.

Primark-Fans verabreden sich seit Tagen auf sozialen Netzwerken wie Facebook – und hoffen, nach Ladenöffnung um 10 Uhr unter den ersten Kunden zu sein, die für wenig Geld Primark-Kleidung ergattern.

Spätestens beim Verlassen des Ladens werden sie dann auf das andere Lager treffen: Die Primark-Gegner wollen anlässlich der Filialeröffnung vor dem Laden mit einer ungewöhnlichen Aktion demonstrieren. Sie wollen Müllcontainer auf der Königstraße aufbauen und Primarkkunden auffordern, ihre Neuerwerbungen gleich wieder wegzuwerfen.

"Primark in die Tonne", heißt das Motto der Aktion.

Dahinter stehen zwei Geschäfte in der Nachbarschaft, das Stuttgarter "Kaufhaus Mitte", ein kleiner Gemischtwarenladen am Schlossplatz, der vor allem Waren und Marken aus der Region verkauft, sowie das Café "Mission Coffee".

Die Stuttgarter Aktion soll einem guten Zweck dienen: Die Kleider im Müllcontainer werden laut den Veranstaltern nicht entsorgt, sie sollen an Bedürftige gehen. Zudem versprechen die Initiatoren vom "Kaufhaus Mitte", für jedes Kleidungsstück eine Summe in Höhe des Kaufpreises an eine wohltätige Organisation zu spenden.

Das alternative "Kaufhaus Mitte" sorgt sich seit Längerem wegen der Verbreitung "dieser ganzen Großketten" wie H&M, Zara und Primark in Großstädten. "Das hat weder mit Innovation noch mit Fortschritt zu tun", heißt es auf der Internetseite des Geschäfts. Profiteure der Entwicklung seien einzig die "Vermieter, die horrende Summen verlangen können".

Primark teilte mit Blick auf die geplante Gegenaktion mit, das Unternehmen sei "stolz darauf, seinen Kunden allerneueste Mode zu angemessenen Preisen anzubieten".

Mode solle "für jeden erschwinglich sein".

Der irische Konzern steht international immer wieder wegen seiner Ramschpreise in der Kritik. Das Unternehmen fördere eine Wegwerfkultur, den Preis für die Billigkleidung müssten Arbeiter in Asien zahlen.

Dieser Text ist zuerst bei SPIEGEL ONLINE erschienen.


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