Style

Sorry Papa, diesen Winter trage ich Zelt!

01.10.2017, 08:49

Auch wenn du sagst, Riesenpullover machen eine scheiß Figur.

Ich gehöre eigentlich nicht zu den Menschen, die den Herbst feiern. Oder den Winter.

Kürbisse? Buntes Laub? Tee trinken in der warmen Stube? Lässt mich alles kalt.

Vergangenes Wochenende ist meine Abneigung aber explosionsartig umgeschlagen – in den Schaufenstern habe ich Kartoffelsack-Pullover entdeckt.

Ich meine jetzt nicht kratzige, eng anliegende Pullis, die nach zwei Zentimetern Bewegung zu heftigen Schweißausbrüchen führen.

Ich spreche von Riesenpullovern, bestenfalls knielang, in denen so viel Platz ist, dass ich meine Mädelsclique darunter kostenlos ins Kino schmuggeln könnte.

Meine Stilidole diesen Winter sind die Barbapapas.

(Bild: giphy.com)

"Kind, so'n Pullover tut überhaupt nix für dich!"

Das würde mein Vater / Stilberater jetzt sagen. Aber das ist mir scheißegal. Sorry, Papa.

Haut zeigen, sexy sein – selbst bei Temperaturen um den Gefrierpunkt gibt es für Frauen einen gewissen gesellschaftlichen Druck. Das führte dazu, dass es in den vergangenen Wintermonaten schulterfreie Strickpullis mit riesigen Löchern gab, die bis zur Taille gehen - also knapp über die Brust.

Der XXL-Pullover ist das Kleidungsstück, dass nicht meinen Sexappeal in den Vordergrund rückt, sondern einfach den Komfort.

Weg von knatschengen Elasthan-Tops, Bauch einziehen müssen und Körperbetontheit. Im knielangen Rollkragenstrick macht keiner Kommentare über die Größe meiner Brüste (jaja, sollte auch sonst kein Problem sein, ist es aber, und manchmal hat man nun mal keine Energie für diese Konflikte) und mein Hintern verschwindet unter der dicken Klamottenschicht.

Dieses Kleidungsstück erfüllt seinen Zweck zu 100 Prozent:

  • Im Riesen-Pullover wird dir nie kalt.
  • Die Outfit-Frage ist in Nullkommanix geklärt: Pulli, Leggings, fertig. Wenn es aus gesellschaftlichem Zwang oder aus Kältegründen sein muss: Zieh 'ne Hose drunter. Knopf kann sogar offen bleiben, merkt kein Schwein.
  • Du kommst nicht aus dem Bett? Kein Problem! Mit dem Riesenpullover fühlst du dich den ganzen Tag wie in deine Bettdecke eingehüllt. Und ganz ehrlich: Wer würde zur Zeit nicht gerne mal einfach im Bett bleiben?

Eskapismus ist normalerweise ein Wort, das benutzt wird, wenn Menschen sich geistig in Fantasiewelten zurückziehen. Diesen Winter gehe ich einen Schritt weiter: Ich ziehe mich körperlich zurück. Die Welt muss draußen bleiben, ich verstecke mich in meinem Pulli!

Hauptsache, das Oberteil ist so groß, dass ich darin versinken kann.

Meine drei Lieblingskategorien der Saison: Grob gestrickt, Hoodie und Rollkragen. Aber mit welchem sollte man am besten in den Herbst starten?

Die Hoodies sehen nicht nur bequem aus, sondern sind auch noch lässig. Beweis gefällig? Bitte sehr:

Im Wollmeer baden - das geht in Strickpullis nur zu gut:

Und im Rollkragenpulli kann ich den Schal gleich zu Hause lassen, statt ihn im Bus zu vergessen:

Vor einer Woche hätte man mich mit dem Gedanken jagen können, meine Wintersachen aus dem Keller zu holen. Jetzt freue ich mich auf meine riesigen Kuscheloberteile und werde im Herbst meinen Woll-Vorrat aufstocken.

So sieht es aus, wenn man in Strick Plätzchen isst. (Bild: giphy.com)

Okay, diese Menschen verlängern den Sommer extra-künstlich:

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