Bild: dpa/Felix Hörhager

Style

Der Bundespräsident lädt zur Amtseinführung – die Frauen sollen ein "kurzes Kleid" tragen

07.03.2017, 15:04 · Aktualisiert: 07.03.2017, 16:43

Was wirklich hinter der Formulierung steckt.

Am 22. März wird Frank-Walter Steinmeier offiziell zum 16. Bundespräsidenten Deutschlands ernannt (bento). Die Einladungen zur Feier wurden schon mal verschickt. Und nicht jeder ist damit einverstanden – denn für Frauen gibt es einen klar definierten Dresscode.

Die eingeladene Bundestagsabgeordnete Nadine Schön (CDU) twitterte ein Foto der Einladung:

Aus der Einladung geht hervor, dass Männer einen dunklen Anzug tragen sollten – und Frauen ein kurzes Kleid. Die Abgeordnete Schön fragte dazu: "Sehr geehrter Herr Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, wie KURZ darf, muss oder soll das 'kurze Kleid' denn sein?"

Wie kam es zu der Formulierung? Wir haben beim Bundespräsidialamt nachgefragt.

Die Formulierung "Dunkler Anzug/Kurzes Kleid" wird schon "seit Jahrzehnten" verwendet, sagt die Sprecherin Brigit Stöber. Bisher habe es noch nie Nachfragen oder Beschwerden gegeben: "Es ist eine gängige protokollarische Formulierung."

Mit dem Ausdruck "kurzes Kleid" solle demnach vor allem die Abgrenzung zum Abendkleid deutlich werden – die bei vornehmeren Anlässen verwendet wird. Was es nicht meint: Dass frau im kurzen Kleid kommen muss. Hosenanzüge oder ein Kostüm sind auch erlaubt.

"Wir gingen davon aus, dass das Publikum die Formulierung kennt"
Birgit Stöber

Daher auch die knappe Formulierung. Zur Amtseinführung sind vor allem Politiker und Würdenträger eingeladen. Bei Bürgerveranstaltungen hingegen werde der Ausdruck näher erklärt, sagt Stöber. Kostüm, Tracht oder Ähnliches stehe dann in Klammern dahinter.

Vor allem Männer werfen der Abgeordneten Schön auf Twitter jetzt vor, doch lieber erst mal Knigge-Formen zu lernen:

Tatsächlich wird sie das sicher wissen. Mit ihrem Tweet ging es wohl auch eher darum, zu hinterfragen, ob die Formulierung noch zeitgemäß ist oder geändert werden sollte. Aus dem Bundespräsidialamt heißt es dazu: "Dazu gibt es bislang keine Pläne."


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