23.02.2018, 14:57 · Aktualisiert: 27.02.2018, 10:15

Der Schriftzug des Luxuslabels Marc Jacobs nimmt den gesamten "Pizza Hut"-Karton ein, überdimensional prangt das Logo von Calvin Klein auf einem "Burger King"-Schild.

Und Acne gibt's jetzt auch bei Aldi:

Was auf den ersten Blick aussieht wie seltsame Kooperationen von Luxusfirmen mit Billigketten, sind in Wahrheit Photoshop-Fakes.

Dahinter steckt ein schottischer Künstler, der sich Reilly nennt. Der Grafikdesigner setzt in seinem Projekt "Fakenews" ironisch Markennamen mit anderen Unternehmenslogos neu zusammen. Er wolle damit anerkannte kulturelle Bilder zu sprengen, sagt Reilly. (Vogue)

Reilly photoshoppt die Marken-Logos auf Gegenstände und über vermeintlich unpassende Bilder, sodass es wie eine Plakatwerbung wirkt. Auf Instragram folgen ihm mittlerweile 93.000 Abonnenten.

Das sind die besten Marken-Mixe von Reilly:

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Die "Fakenews"-Bilder macht Reilly schon länger, doch wirklich bekannt wurden sie erst vor einigen Monaten. Mit einem Fakefoto von Céline Dion.

Die Sängerin hält darauf eine Dior-Tasche, die mit dem Schriftzug des Labels Céline versehen ist. Eigentlich fies, die Marke Dior hätte ihn abmahnen können. Stattdessen repostete Dior selbst das Bild – und Reilly wurde dafür gefeiert.

Der Künstler hat einen Abschluss vom Royal College of Art in London. Seine Werke wurden von Unternehmen wie Gucci, Lamborghini, Nike und Coca Cola für ihre Werbekampagnen aufgegriffen. Eigentlich macht Reilly vor allem bildende Kunst, darunter Skulpturen und auch Mode. Die "Fakenews"-Werke macht er eigentlich nur zum Spaß. (heyreilly.com)

"Es hat als lustiges Hobby begonnen und plötzlich war ich süchtig danach", sagt er. Das Internet sei ein guter Ort, um seinen Kopf von all dem Zeug zu befreien, das darin herumschwirre. (i-D)

"Ich nehme das alles nicht ganz so ernst, sondern freue mich, dass es für mich momentan so gut läuft", sagt Reilly über seinen momentanen Erfolg. Sein aktuelles Projekt: Eine Ausstellung des Pariser Kaufhauses Le Bon Marché, das ihn neben großen Künstlern und Marken damit beauftragt hat.

Seine Kunst begeisterte auch Silvia Venturini, Creative Director des italienischen Modelabels Fendi.

"Nachdem sie ein Fendi-Fila-Logo-Mashup von mir gesehen haben, hat sie mich kontaktiert. Nicht um mich zu verklagen, wie ich zuerst befürchtet hatte, sondern um mit mir zusammenzuarbeiten." Heraus kam die neue Herbst/ Winter-Herrenkollektion:

Fendi ist nicht das einzige Luxuslabel, das Elemente aus der Popkultur aufgreift und sich damit selbst parodiert:

  • Das französische Label Vetements wurde dafür gehyped, dass es das DHL-Logo auf seine Kollektion druckte.
  • Die Luxusmarke Balenciaga verkauft für 2000 Euro eine Tasche, die aussieht wie die blaue Ikea-Einkaufstasche.
  • Die Kardashians tauchten in der Werbekampagne für Calvin-Klein-Unterwäsche auf.

Social Media hat auch die Modewelt verändert. Dank Instagram sind schöne, makellose Menschen überall zu sehen – das langweilt auf Dauer. Das wissen auch die Modemacher, weswegen sie mit Ironie ihr von weither glänzendes, aber auch steifes Image aufbrechen wollen. Ein bisschen zumindest.

Das zeigen Phänomene wie der "Ugly Sweater"-Trend und insgesamt der Hipster-Hype, eine Art Anti-Mode. Die hässlichen Schuhe? Trägt man ironisch. Die überdimensionale Handtasche? Natürlich nicht ernst gemeint.

Reilly weiß, warum die Labels selbst selbstironische Mode so feiern: "Marken können mit ihren normalerweise 'unberührbaren' Identitäts-Symbolen spielen, und zwar außerhalb der langweiligen Einschränkungen ihrer 'Brand Bible'. Trotzdem können sie ihre Macht und ihren Status zeigen. Diese Freiheit fühlt sich neu an, vielsagend, aber auch befreiend und leicht." (Highsnobiety)

Eine Konsumkritik sind die Marken-Mixe also nicht.

Denn die echten Teile, die Reilly für Fendi & Co. entwirft, haben immer noch ihren Preis.


Musik

Michael Schulte singt beim ESC – 7 Dinge, die du über ihn wissen solltest

23.02.2018, 14:47 · Aktualisiert: 13.05.2018, 15:10

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