Bild: Ikea/dpa Montage: bento

07.03.2018, 16:23 · Aktualisiert: 07.03.2018, 16:27

Hättest du's gewusst?

Kötbullar, Expedit-Regale, Bambus – manche Dinge gehören zu Ikea wie das schlechte Wetter zu Hamburg. Doch die Zeiten haben sich geändert. Kötbullar gibt es inzwischen auch ohne Fleisch und Expedit heißt jetzt Kallax. Nicht jedem gefällt das. Immerhin: Zumindest der Glücksbambus ist bisher immun gegen den Wandel.

Doch tatsächlich verdient der Ikea-Bambus für 79 Cent den Namen nicht einmal.

Genauer genommen: Der Bambus ist das Ergebnis einer bereitwilligen Selbsttäuschung. Ikea bezeichnet die Pflanze als Glücksbambus, selbst auf Englisch wird er "lucky bamboo" genannt und seine Fans empfehlen ihn Freunden als Ikea-Bambus. Längst führen auch andere Möbelhäuser und Dekoläden die dürren, grünen Stängel in ihrem Sortiment.

So bewirbt Ikea den Spargel inkognito.

So bewirbt Ikea den Spargel inkognito. (Bild: Ikea)

Aber die Bezeichnung führt in die Irre.

Denn: Der Glücksbambus heißt nur Bambus. In Wahrheit handelt es sich um ein Spargelgewächs.

Das wussten Botaniker natürlich schon immer, dennoch ahnen wohl nicht alle Ikea-Kunden, was sie im Wohnzimmer stehen haben (SWR).

  • Der Glücksbambus, wissenschaftlich Dracaena braunii genannt, gehört zur Familie der Spargelgewächse.
  • Und hat in Wirklichkeit, auch vor seiner Ikea-Karriere, nie asiatischen Boden gesehen.
  • Ursprünglich kommt die Pflanze aus Kamerun.
  • In Europa wird sie schon seit dem 19. Jahrhundert gezüchtet und verehrt.

Ins Angebot des schwedischen Möbelhauses hat es der Spargel vermutlich aber auch geschafft, weil man ihn kaum gießen muss. Bescheiden wie er ist, überlebt er monatelang in fast jeder WG. Essen sollte man ihn allerdings nicht einmal am Monatsende. Im Gegensatz zu seinen Verwandten aus dem Supermarkt ist die Pflanze von Ikea giftig.

Doch auf diese Idee dürften die meisten Käufer ohnehin nicht kommen. In vielen Haushalten steht das Ikea-Schnäppchen einsam und vergessen in der Ecke. Ein unverdientes Schicksal.

Denn mit einem Stückpreis von 79 Cent dürfte die traurige grüne Stange für viele Käufer in Wahrheit der teuerste Spargel ihres Lebens sein.

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Gerechtigkeit

Warum Italiens Jugend diesen Populisten verfällt

07.03.2018, 15:56 · Aktualisiert: 07.03.2018, 22:39

Fast die Hälfte aller Wähler unter 30 stimmte für die Partei eines Clowns.

Niemand weiß, wer Italien regieren wird. Das gilt auch Tage nach der Wahl noch. Zu unklar sind die Mehrheitsverhältnisse im neuen Parlament. 

Aber eines ist klar: Die Italiener haben Populisten an die Macht gewählt, die gegen die Europäische Union und Einwanderer stänkern. 

Die Establishment-Parteien haben verloren, besonders die des bisherigen Premier-Ministers Matteo Renzi. Das liegt auch an den jungen Italienern. Fast die Hälfte der Wähler unter 30 hat die sogenannte 5-Sterne-Bewegung gewählt, nur 15 Prozent wollten Renzi behalten. Auch der 81-Jährige Silvio Berlusconi und die rechtsradikale Lega spielten bei den Jungen kaum eine Rolle.