09.01.2018, 08:41 · Aktualisiert: 09.01.2018, 11:30

Seit Sonntagabend muss sich H&M einem Rassismus-Shitstorm stellen: Der schwedische Modekonzern zeigte in seinem britischen Onlineshop ein Foto, in der ein dunkelhäutiger Junge einen Pullover mit dem Aufdruck "Coolster Affe im Dschungel" trägt.

Der erste, der sich daran störte, war Charles Blow, Kolumnist bei der "New York Times" und CNN-Redakteur. Er fragte H&M auf Twitter, ob sie "ihren verdammten Verstand verloren hätten":

Von da an nahm der Shitstorm seinen Lauf. Hunderte Menschen aus aller Welt meldeten sich zu Wort und zeigen sich empört und zutiefst abgestoßen:

Inzwischen ist die Anzeige von der H&M-Website gelöscht. Aber das Internet vergisst nicht so schnell. Etliche Nutzer rufen nun zum Boykott von H&M auf: "Hier ist der Grund, warum eure Werbung Empörung auslöst: Es gibt eine schmerzhafte Geschichte der Entmenschlichung von schwarzen Menschen, indem sie mit Affen verglichen wurden. Eure Anzeige zeigt ein schwarzes Kind im Pullover mit der Aufschrift 'Coolster Affe im Dschungel'. Zählt 1 + 1 zusammen. Ihr hättet es besser wissen müssen", schreibt Divinely Ty:

Und die Leute wurden noch wütender, als sie entdeckten, dass auch ein hellhäutiger Junge in dem Pullover zu sehen war, nur lautete der Aufdruck auf seiner Version "Überlebensexperte":

H&M entschuldigte sich inzwischen öffentlich: "Das Bild wurde nun von allen H&M Kanälen entfernt und wir entschuldigen uns bei allen, die sich davon beleidigt fühlten", sagte H&M-Pressesprecherin Anna Eriksson. (CNN)

H&M erklärte außerdem, dass es nicht in ihrer Absicht läge, bei der Verwendung des Pullovers eine Assoziation herzustellen. (Bild)

Für den kanadischen Musiker The Weeknd kam die Entschuldigung offenbar zu spät: Er kündigte an, nicht mehr mit H&M zu kooperieren und löschte Bilder, die seine beiden H&M-Kollektionen zeigen.

Der schwedische Modegigant reiht sich mit diesem Skandal in die Geschichte einiger Großkonzerne ein, die sich bei der Bewerbung ihrer Produkte Rassismus-Vorwürfen stellen mussten. Im April dieses Jahres musste schon Nivea ihre "Weiß ist Reinheit" Werbeanzeige zurückziehen:


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