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Style

So erkennst du gute, günstige Kleidung

11.02.2016, 11:48 · Aktualisiert: 12.04.2016, 14:27

Qualität muss nicht viel kosten

"Qualität hat seinen Preis!"

Wer mehr zahlt, bekommt Besseres geliefert, das glauben viele Menschen. Schließlich ist der Service in der Business Class besser als in der Economy Class. Schließlich stehen im Sternerestaurant ausgefallenere Gerichte auf der Karte als im Imbiss. Und im Theater sieht man in der Loge mehr als auf den hinteren Rängen.

Wir glauben fest an den Zusammenhang vom Preis einer Ware und ihrer Qualität, deswegen basieren auch viele unserer Kaufentscheidungen darauf. Meist ist das in Ordnung.

Nur für Mode gilt das oft nicht.

Natürlich gibt es bis zu einem bestimmtem Grad Qualitätsunterschiede zwischen Luxusmarken und günstigeren Anbietern. Aber: Die Qualität eines Kleidungsstücks ist nur eines von vielen Kriterien, die uns zum Kauf verleitet - und damit den Preis beeinflusst.

(Bild: Paris Fashion Week Fall/Winter 2014-15 / gettyimages.de / Francois Durand )

Genauso wichtig ist der It-Faktor der Marke, die Attraktivität des Models auf dem Plakat oder die Bekanntheit des Designers. Das wissen auch die großen Modekonzerne und stecken deswegen nur einen Teil der höheren Einnahmen in hochwertigere Stoffe oder die Produktion. Der Rest geht drauf für Marketing, PR-Aktionen und die Gehälter von teuren “Brand Ambassadors” oder Stardesignern.

(Bild: dpa / Daniel Naupold)

Was heißt das konkret? Ab jetzt am besten nur noch bei Primark oder H&M kaufen?

Nein. Denn erstens gehen Fast Fashion Preise auf Kosten der Arbeiter in Billiglohnländern, und zweitens kann man von einem 5-Euro-T-Shirt weder eine gute Passform noch eine hohe Lebensdauer erwarten.

Aber: Wer viel Wert auf gute Qualität legt, muss keine 300 Euro für ein neues Paar Jeans oder 80 Euro für ein T-Shirt ausgeben. Auch in günstigeren Läden, im Mittelpreis-Segment, in Vintageshops oder auf Flohmärkten lässt sich hochwertige Mode finden - solange man weiß, worauf man achten muss.

(Bild: Pixabay / Unsplash)

Zum Glück gibt es neben dem Preis eine ganze Reihe anderer und besserer Indikatoren, mit denen man die Qualität eines Kleidungsstücks einschätzen kann.

Für Qualität sprechen zum Beispiel diese Merkmale:

  • Der Stoff ist weich, fest und gleichmäßig verarbeitet.
  • Es sind keine Faserknötchen, lose Fäden oder Lücken im Stoff zu sehen.
  • Die Nähte sind grade, gleichmäßig und liegen flach am Körper.
  • Der Stoff liegt am ganzen Körper gleich eng oder gleich weit an (statt zum Beispiel an der Brust zu weit zu sein, aber am Bauch zu spannen)
  • Das Kleidungsstück verrutscht nicht, sobald man sich bewegt.
  • Bei Baumwolle: Der Stoff ist weich und luftdurchlässig, aber nicht durchsichtig.
  • Bei Wolle: Der Stoff kratzt nicht und ist elastisch.
  • Bei Leder: Das Material fühlt sich weich und geschmeidig an. Einzelne Bestandteile wurden miteinander vernäht, statt verklebt.

Und wer Wert auf nachhaltige Produktion und ökologische Kleidung legt, achtet beim Kauf auf Label wie "Fairtrade Certified Cotton", GOTS, IVN Best und bioRe.

Anuschka Rees

Die Bloggerin Anuschka Rees, 26, lebt in Berlin, liebt Mode und interessiert sich für Minimalismus, beides kombiniert sie. Wie das funktioniert, beschreibt sie alle drei Wochen für bento. Dauert zu lang? Dann lies in der Zwischenzeit ihren Blog Into Mind. Lohnt sich!

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