Bild: Haneefah Adam

Style

Barbie trägt jetzt Kopftuch

18.02.2016, 07:00 · Aktualisiert: 12.04.2016, 14:27

So kämpt Haneefah Adams gegen Hass.

Bei Barbie tut sich was. Mehr als 50 Jahre lang präsentierte sie sich im Einheitslook, bis Spielzeughersteller Mattel ihr kürzlich ein Make-Over verpasste und die Plastikpuppe jetzt auch in groß, klein, kurvig oder dunkelhäutig anbietet (bento).

Doch das war noch nicht alles – denn die Puppe gibt es jetzt auch als Muslimin. Nicht etwa von Mattel, sondern von der 24 Jahre alten Haneefah Adam: Sie zeigt auf Instagram mit einem Kopftuch verhüllte Barbies.

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Vor zwei Monaten startete die in Großbritannien lebende Nigerianerin mit den Bildern das Projekt "Hijarbie" – zusammengesetzt aus dem englischen Wort für Hidschab, "Hijab", und Barbie. "Hidschab" selbst stammt aus dem Arabischen und bezeichnet die Verhüllung der Frau, zum Beispiel durch ein Kopftuch.

Bereits 2003 brachte ein Spielzeughersteller aus den Vereinigten Arabischen Emiraten eine eigene verhüllte Puppe auf den Markt: Fulla. Das Design erinnert stark an Barbie, die Kleidung ist aber verschiedenen arabischen Ländern angepasst. Die saudische Puppe trägt das bodenlange Gewand Abaja und ein Kopftuch, andere Versionen gibt es auch ohne Tuch. Populär ist Fulla – umgangssprachlich für "Blume" – vor allem in den reichen Golfstaaten, in anderen arabischen Ländern konnte sich die Puppe kaum durchsetzen.

Für ihr Profil lichtet Haneefah Barbies in selbstgenähten Outfits und Kopftüchern ab, sie erreicht damit jeden Tag mehrere tausend Follower. Dabei geht es in ihren Bildern um mehr als nur schöne Kleidung. Sie sind ein Statement für das Kopftuch – und gegen Vorurteile.

Haneefah Adam, 24, lebt in Großbritannien

Haneefah Adam, 24, lebt in Großbritannien (Bild: Haneefah Adam)

Haneefah, wie bist du auf die Idee zu "Hijarbie" gekommen?

Ich kannte schon länger einige Instagram-Accounts, deren Besitzer Barbies auf verschiedene Arten stylen, zum Beispiel die Hipster-Barbies. Dabei fiel mir auf, dass noch niemand eine Puppe mit einem Hidschab erfunden hat. Die Outfits nähe ich alle selbst und lasse mich dabei einfach vom alltäglichen Stil junger Musliminnen wie mir inspirieren.

Haneefah Adam

Die Medizinwissenschaftlerin hat gerade ihren Master in Pharmakologie und Arzneimittelforschung in Großbritannien gemacht. Sie hat eine Lifestyle-Marke "Hanie" – und einen Blog.

Barbie steht nicht unbedingt für Vielfältigkeit. Warum gerade diese Puppe?

Das hängt mit dem Ursprung meiner Idee zusammen: Auf den anderen Accounts, die ich gesehen habe, bekam die Puppe durch die neue Kleidung plötzlich eine neue Persönlichkeit. Ich wollte mich einreihen. Mädchen mit Hidschabs sollen sich so angesprochen und beachtet fühlen. Ich möchte versuchen, die Menschen aufzuklären und mit der wahren Bedeutung des Islams vertraut zu machen. Außerdem möchte ich Mädchen mit einem Hidschab in ein positives Licht rücken.

Wie kommt das an?

Manchmal werde ich deshalb schon anders behandelt, ich bekomme auch negative Mails und Kommentare aufgrund meines Accounts. Weil der Islam in den Medien nicht immer positiv dargestellt wird, haben viele Menschen jetzt eine falsche Vorstellung von Muslimen. Das will ich ändern.

Ist der Account dein Hauptjob?

Nein, ich bin Medizinwissenschaftlerin. Ich habe gerade erst meinen Master in Pharmakologie und Arzneimittelforschung in Großbritannien gemacht. Außerdem führe ich eine eigene Lifestyle-Marke, "Hanie" – und ich habe einen Blog.

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